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Schuldenkrise ist noch nicht bewältigt

Schuldenkrise ist noch nicht bewältigt
(dpa/Symbolbild)

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Der IWF sieht die Europäer auf dem richtigen Weg zur Bewältigung der Schuldenkrise. Sollte Europa in eine neue Rezession rutschen, hätte auch der Rest der Welt schwer zu leiden, warnt der IWF.

«Die Krise ist nicht vorbei. Wir stecken noch mittendrin und es ist noch ein weiter Weg zu gehen», sagte der stellvertretende IWF-Direktor Zhu Min am Dienstag vor Wirtschaftsvertretern in der chinesischen Hafenstadt Tianjin. Die negativen Auswirkungen einer Rezession in Europa auf die Weltwirtschaft dürften nicht unterschätzt werden. Der IWF rechnet bei einer weiteren Zuspitzung der Lage mit einer Schmälerung der Wirtschaftsleistung in den USA und Japan um 1,5 bis zwei Prozent und in China von einem Prozent.

Zugleich betonte der IWF-Vize, dass der eingeschlagene Weg in der Euro-Krise in die richtige Richtung führe. Insbesondere unterstützte er das in der vergangenen Woche angekündigte neue Anleihe-Kaufprogramm der EZB. «Die EZB-Entscheidung ist sehr wichtig. Wir unterstützen sie nachdrücklich.» Mit dem Bond-Programm will die europäische Zentralbank die Refinanzierungskosten kriselnder Euro-Staaten senken. Bedingung ist aber, dass die Staaten unter die Euro-Rettungsschirme schlüpfen und die damit verbundenen Reformauflagen akzeptieren.

«Sommer Davos»

Zu dem dreitägigen «Sommer Davos», wie das Treffen in Anlehnung an das winterliche Weltwirtschaftsforum im Schweizer Luftkurort Davos genannt wird, sind 2000 Teilnehmer aus rund 90 Ländern angereist. Im Mittelpunkt steht die neue Wirtschaftsordnung, die aus der globalen Finanzkrise entsteht, und die Rolle multinationaler Unternehmen. Am Nachmittag wollte Chinas Premier Wen Jiabao eine Rede vor den Wirtschaftsvertretern und Politikern halten.

Der Währungsfonds befürchtet bei einer dramatischen Verschlechterung der Lage in Europa «enorme Auswirkungen» auf die Weltwirtschaft, die nicht unterschätzt werden dürften. Die Wirtschaftsleistung in den USA könnte nach IWF-Studien um 1,0 bis 2,5 Prozent fallen, in China um 1,0 bis 1,5 Prozent und in Japan um knapp 2 Prozent, wie IWF-Vizedirektor Zhu Min erläuterte.

Nicht nur Europa

Die Welt sei gegenwärtig aber nicht nur mit der Schuldenkrise in Europa konfrontiert, warnte Zhu Min. Er nannte drei weitere große Risiken: Die hohe Verschuldung der USA, eine mögliche «harte Landung» der Schwellenländer, deren Wachstum sich spürbar verlangsamt habe, sowie den drastischen Anstieg der Nahrungsmittelpreise.

Bei den Bemühungen im Kampf gegen die globalen Konjunkturprobleme spiele die Entwicklung in China eine große Rolle. «Das Wachstum zu stabilisieren und nicht die Strukturreformen zu vergessen, hat höchste Priorität», sagte Zhu Min mit Blick auf die jüngste Konjunkturschwäche im Reich der Mitte. Das Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hat sich unerwartet deutlich auf weniger als acht Prozent verlangsamt.

Gründe sind der Rückgang der Exporte durch die schwache Nachfrage in Europa und den USA sowie das Auslaufen der Projekte, die mit dem massiven Konjunkturprogramm nach der globalen Finanzkrise 2008 angeschoben worden warnen. In den vergangenen Tagen hat Chinas Regierung im Schnellverfahren neue Infrastrukturprojekte in einem Umfang von schätzungsweise 250 Milliarden Euro gebilligt, um die Konjunktur wieder anzukurbeln.