Die Diskussionen, unter anderem mit Premierminister Xavier Bettel, drehten sich vor allem um eine engere Zusammenarbeit von Luxemburg und dem Bundesland. Dabei spiele Logistik eine wichtige Rolle, da Luxemburg genauso wie Nordrhein-Westfalen zentrale Drehscheiben seien. «Luxemburg hat sehr gute Beziehungen zu China», erklärte Kraft. Das sei besonders interessant für ihr Bundesland.
Das Dumping in der Stahlindustrie würde Nordrhein-Westfalen, genau wie Luxemburg, viele Sorgen bereiten, so Kraft. Daher müssten beide Länder auch hier zusammenarbeiten.
Auch in weiteren Aspekten sollen die Beziehungen verstärkt werden. So beispielsweise bei den Universitäten. Die Ministerpräsidentin von NRW erklärte, ihr Bundesland habe Luxemburg als wichtigen Recherchestandort erkannt. Xavier Bettel seinerseits wies darauf hin, dass viele der 1.400 Luxemburger, die in Nordrhein-Westfalen leben, Studenten sind.
Atomsicherheit
Eines der Reizthemen, die auf dem Plan standen, war Atomsicherheit. «Nordrhein-Westfalen ist wegen seiner Nähe, genau wie Luxemburg, von den beiden belgischen Atomkraftwerken Doel und Tihange betroffen», erklärte Xavier Bettel. Darum sei es äußerst wichtig, dass beide Länder zusammenarbeiten, um die Sicherheit dieser Anlagen zu gewährleisten.
Dass Luxemburg Frankreich Geld für die Schließung von Cattenom überweisen wolle, hat die Ministerpräsidentin von NRW stutzig werden lassen. «Uns wurde aber heute erklärt, dass dem gar nicht so ist», erklärt Hannelore Kraft. «Solche Gespräche sind auch wichtig, um solche Missverständnisse zu klären».
Nach der Enthüllung der «Panama Papers» war auch die Steuervermeidung ein Thema. «Unser Finanzminister hat den Finanzminister von Nordrhein-Westfalen zu Gesprächen eingeladen», kündigte Xavier Bettel an. «Er wird diese Einladung natürlich mit Freude annehmen», fügte Hannelore Kraft hinzu. Schließlich seien beide Länder an einer möglichst hohen Transparenz interessiert, erklärte der luxemburgische Premierminister.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können