Der Radiosender «100,7» meldete am Dienstag, dass das «Centre de rétention» auf Findel mit einer Woche Verspätung seine Türen öffnet. Der Grund sei das Fehlen der Unterschrift auf dem großherzoglichen Reglement. Der Direktor der Abschiebeanstalt, Fari Khabirpour erklärte, es würde sich jedoch lediglich um eine Formalität handeln. Am 22. August soll das Zentrum betriebsbereit sein.
Dem Bau des «Centre de rétention» ging eine lange politische Debatte voraus. Menschenrechtsvereinigungen widersetzen sich noch immer der Unterbringung von Flüchtlingen, die in ihr Heimatland abgewiesen werden in einer «gefängnisähnlichen» Struktur. Im Augenblick sind die abgewiesenen Asylanten – etwa 20 – in einem Trakt des Gefängnisses in Schrassig untergebracht.
Platz für 88 Personen
Das Zentrum kostete fast 12 Millionen Euro und bietet 88 abgewiesenen Flüchtlingen Platz. Es werden wahrscheinlich nie alle Betten belegt sein, heißt es vonseiten der Regierung. Die Kapazität garantiere aber eine flexible Unterbringung der Asylbewerber. Des Weiteren werden die Menschen dort nicht nur «zwischengelagert». Sie werden auch psychologisch betreut. 60 Personen arbeiten in dem Abschiebezentrum. Man wolle den Menschen Perspektiven bieten, so der Direktor der Anstalt.
Einwanderungsminister Nicolas Schmit betonte, dass das sogenannte «Zentrum für Verwaltungsgewahrsam» kein Gefängnis sei. Die Insassen schlafen in Einzelzimmern. In den drei Wohntrakten können auch während maximal 72 Stunden Familien einquartiert werden. Das Zentrum enthält einen Fitnessraum, einen Sportplatz, mehrere Höfe, Gemeinschaftsräume usw. Es ist kein Stacheldraht zu sehen. Nur die Fenster sind gesichert. Die maximale Verweildauer im «Centre de rétention» soll einen Monat betragen. Das Gesetz von 2006 sieht eine Verwahrung von bis zu einem Jahr vor.
Beim Bau des Zentrums haben die luxemburgischen Verantwortlichen sich an «Abschiebezentren» in Genf, Zürich und Rotterdam inspiriert. Man basierte sich schließlich auf das Konzept von Genf. In der Europäischen Union warten im Augenblick etwa 30.000 abgewiesene Flüchtlinge auf ihre Abschiebung. Die europäische Menschenrechtsvereinigung (AEDH) kritisiert in diesem Zusammenhang, dass in vielen Ländern die Abschiebung gar nicht oder nur ungenügend geregelt sei.
Zu Demaart
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