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«Nicht erzogen, Menschen zu töten»

«Nicht erzogen, Menschen zu töten»
(Reuters/Zohra Bensemra)

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Nach dem blutigen Anschlag auf einen Touristenhotel im tunesischen Souss zeigte sich der Vater des Attentäters fassungslos über die Tat. "Irgendwelche Leute müssen meinen Sohn indoktriniert haben", sagte er der Presse.

Nach dem blutigen Anschlag auf ein Strandhotel in Tunesien hat der Vater des mutmaßlichen Attentäters Seifeddine Rezgui sich einem Medienbericht zufolge fassungslos über die Tat geäußert. «Nur Gott weiß, was meinen Sohn zu dieser Tat gebracht hat. Ich habe meinen Sohn nicht dazu erzogen, dass er Menschen tötet», sagte er in einem am Sonntagabend ausgestrahlten Beitrag der ARD-«Tagesthemen» in Gaafour. «Irgendwelche Leute müssen meinen Sohn indoktriniert haben, dass er so etwas tut – unschuldige Menschen töten», fügte der Vater hinzu, dessen Vorname nicht angegeben wurde. Dem Bericht zufolge war der Vater kurz zuvor noch von der Polizei befragt worden.

«Mein Kopf dreht sich. Ich sehe noch immer die Bilder von den Opfern. Es ist, als wäre ich selbst dabei gewesen, als wäre ich mit ihnen gestorben», sagte der Vater in dem «Tagesthemen»-Beitrag. Die Bilder der Opfer erinnerten ihn aber auch an «meinen toten Sohn». Der Attentäter, der als der 1992 geborene Student Seifeddine Rezgui identifiziert wurde, war am Freitag ins Hotel Riu Imperial Marhaba in Port el Kantaoui bei Sousse eingedrungen und hatte gezielt auf Urlauber geschossen, bevor er selbst getötet wurde.

Luxemburger ausgeflogen

Bei dem Anschlag starben 38 Menschen, darunter laut BBC 30 Urlauber aus Großbritannien. Das britische Außenministerium wollte sich zunächst nicht dazu äußern. Die Regierung hatte zuvor von mindestens 15 getöteten Briten gesprochen. Dies sei die höchste Zahl britischer Anschlagsopfer seit den Anschlägen in London vom Juli 2005. Damals wurden 52 Menschen getötet. 39 weitere Menschen wurden verletzt.

Am Sonntag wurden die Urlauber aus Luxemburg und der Großregion aus den Zielen Sousse, Monastir und Hammament mit dem Flug LG 206 zurückgeflogen (Link). Am Samstag bereits schickte die Air Rescue einen Jet nach Tunesien, um zwei Frauen heim zu bringen, die den Terroranschlag hautnah miterlebten (Link). Eine von ihnen wird derzeit in einem Krankenhaus behandelt.

Die Islamistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich im Kurzmitteilungsdienst Twitter zu dem Anschlag auf den Touristenhotel am Strand.

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