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Neue Preise für den «Night Rider»

Neue Preise für den «Night Rider»
(Tageblatt-Archiv)

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Der "Night Rider"-Bus geht ins achte Jahr seiner Existenz mit vielen Änderungen. Laut Angaben des Betreibers ist er defizitär, weshalb der Anbieter Sales Lentz ab Dienstag die Preisstruktur ändert. Es gibt aber noch andere Gründe.

«Es fehlt an einer Mobilitätskultur in Luxemburg», sagt Martine Kerschen, die strategische Assistentin des Direktors für Transport und Verkauf bei Sales Lentz. Es fehle die Mentalität, das Auto stehen zu lassen und auf öffentliche Angebote umzusteigen. Deswegen wird der Service ab Dienstag anders berechnet. Gleich bleibt das Prinzip, dass die Strecke einen fixen Preis haben wird – unabhängig davon, von wo nach wo transportiert wird, und unabhängig davon, wann der Wochenendbus gerufen wird. Berechnet wird immer die kürzeste Strecke – egal, ob der Bus unterwegs noch andere Personen aufpickt und deswegen weiter fahren muss.

«Night Rider»

Der «Night Rider» steht jedes Wochenende, immer freitags und samstags, zwischen 18 Uhr und 5 Uhr in ganz Luxemburg zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter www.nightrider.lu sowie unter der Telefonnummer 90 07 1010 (3 Cent/Minute aus dem Festnetz), montags bis donnerstags 8-18 Uhr, freitags und samstags 8-5 Uhr am darauf folgenden Tag).

Die Fahrten werden in der Gruppe billiger

Das bestätigt die Zentrale des Anbieters in Bascharage. In Zukunft wird auf Distanz berechnet – unabhängig von der Personenzahl. Ein fiktives Beispiel: Angenommen, die Fahrt von Esch in die Stadt kostete 12 Euro. Wer alleine fuhr, zahlte diesen Preis. Bei einer Gruppe von vier Personen zahlten drei Personen, das machte also 36 Euro, die vierte Person fuhr gratis mit.

Mit der neuen Struktur wird der Preis von 12 Euro durch vier geteilt, die Fahrt wird also deutlich billiger – schon für zwei Personen.

Das ist gewollt. «Wir wollen das Verhalten, in der Gruppe auf den ‚Night Rider‘ zurückzugreifen, stärken», sagt Kerschen, «bei den neuen Preisen wird es billiger, je mehr mitfahren». Noch ein Beispiel: Bei einer Fahrt, die 25 Euro kostet, zahlt bei fünf mitfahrenden Personen jeder nur noch fünf Euro, ein Alleinfahrer jedoch den vollen Preis.

Auch wird sich die Buchung ändern. Die Nutzer des «Night Rider» sollen ermuntert werden, über das Internet zu buchen. Voraussetzung dafür ist der Besitz einer «Night Card» oder einer Kreditkarte. Bis 60 Minuten vor der Abfahrtszeit soll das über den neuen Online-Auftritt, der zum 4. Januar freigeschaltet wird, möglich sein. Die Telefonhotline existiert weiterhin, wird aber ab morgen drei Cent pro Minute kosten. Bisher wurde über Telefon umsonst gebucht und beim Fahrer bezahlt.

Für die älteren Nutzer

Die Gruppe der 50-70-Jährigen macht immerhin laut Angaben des Busunternehmens 30 Prozent der Fahrgäste aus. «Sie sind alle internetaffiner, als viele glauben wollen», sagt Kerschen und verweist darauf, dass der älteste Nutzer der «Night Card» 88 Jahre alt ist.

Diese Karte ist ein Service der Gemeinden in Abstimmung mit dem „Night Rider“-Betreiber. 2011 nutzten nach Angaben von Sales Lentz rund 3.500 Personen pro Monat den Service.