Dienstag20. Januar 2026

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«Müssen unter Euro-Schirm bleiben»

«Müssen unter Euro-Schirm bleiben»
(dpa)

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Für Griechenland geht es wieder einmal um den Verbleib in der Eurozone. Vor dem Treffen Samaras mit Eurogruppenchef Juncker eilen jedoch schlechte Nachrichten voraus: Die Finanzierungslücke der Griechen ist erneut größer als erwartet.

Für Griechenland geht der Kampf um die Abwendung der Staatspleite und den Verbleib in der Euro-Zone in die Endrunde. Am Sonntag reiste der griechische Außenminister Dimitris Avramopoulos nach Berlin ab. Er wollte das in Athen als außerordentlich wichtig eingestufte Treffen von Regierungschef Antonis Samaras mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 24. August vorbereiten. Am 22. August wird in Athen Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker erwartet. Dabei geht es um die griechischen Sparbemühungen.

Juncker hatte vor seiner Griechenland-Reise betont, Athen werde in der Eurozone bleiben. «Es wird nicht passieren. Es sei denn, Griechenland verletzt alle Auflagen und hielte sich an keine Vereinbarung», sagte Juncker in einem am Samstag veröffentlichten Interview der «Tiroler Tageszeitung». Er gehe davon aus, «dass Griechenland versuchen wird, seine Anstrengungen zu verdoppeln und die gesteckten Ziele zu erreichen». Daher gebe es keinen Anlass zur Annahme, «dass dieses Ausstiegsszenario relevant werden kann». Einen griechischen Euro-Austritt hält Juncker für «technisch gestaltbar», politisch jedoch nicht.

«Agonie-Reise»

In der griechischen Presse wurde betont, Samaras‘ Reise werde entscheidend für den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone sein. Die Athener SonntagsZeitung «To Vima» schrieb von der «Agonie-Reise» (Todeskampf-Reise) nach Berlin.

Finanzminister Ioannis Stournaras machte keinen Hehl daraus, was den Griechen bevorsteht: Weitere schmerzhafte Einsparungen. «Wir müssen unter dem (Euro)-Schirm bleiben», zitierte die Zeitung den Finanzminister. «Nur das wird uns vor einer Armut bewahren, die wir noch nie erlebt haben», sagte der Minister den Blatt weiter.

Budget-Lücke

Wie die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Kreisen des Finanzministeriums erfuhr, ist das neue, gut 11,5 Milliarden Euro schwere Sparpaket fast unter Dach und Fach. Es soll Anfang der Woche von den Chefs der drei Koalitionsparteien gebilligt werden. Verspätungen bei der Umsetzung älterer Sparprogramme sollten durch schnelle Privatisierungen in den kommenden Monaten wettgemacht werden, berichtete die Athener Zeitung «Kathimerini».

Nach Informationen des deutschen Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» ist die Finanzierungslücke Griechenlands größer als zuletzt bekannt. Der Regierung fehlten in den beiden kommenden Jahren nicht wie bislang eingeräumt 11,5 Milliarden Euro, sondern bis zu 14 Milliarden Euro. Das sei das Ergebnis der jüngsten Erkundungstour der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds in Athen.