Im Jahre 2009, so schreibt das Europäische Statistische Amt, gab es in der Europäischen Union 2,8 Millionen Arbeitsunfälle mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit. Die Zahl der tödlichen Unfälle lag bei 3.806. Den Statistiken der europäischen Behörde zufolge lagen die Zahlen für 2009 aber bereits deutlich unter denen des Jahres 2008. Es waren 400.000 Unfälle weniger und 700 Todesfälle weniger als im Jahr zuvor.
Männer gehen dabei ein deutlich höheres Risiko ein, einen tödlichen Arbeitsunfall zu haben als Frauen. In vier von fünf Fällen waren sie an Arbeitsunfällen mit Verletzungen beteiligt und in 19 von 20 tödlichen Unfällen.
Die höchste Rate mit tödlichen Arbeitsunfällen wurde in Malta registriert. Im Gegensatz dazu zählen die Unfallrate in Luxemburg, Dänemark, Finnland, den Niederlanden, Deutschland und Schweden zu den niedrigsten in Europa.
Neue Leiden
Der Präsident des OGBL, Jean-Claude Reding, nutzte die Eröffnung des achten Forums zu diesem Thema. Reding schlug vor, das Thema weiter zu fassen. „Tatsächlich kommen zu physischen Risiken und zu peniblen Arbeitsbedingungen heutzutage mehr und mehr andere Probleme. Die hohe Komplexität von Arbeit, die zunehmende Intensivierung der Prekarität von Arbeit führen heutzutage mehr und mehr zu neuen Leiden als Folge des Arbeitslebens“, sagte Reding. „Die Verlagerung des Arbeitslebens in den tertiären Bereich führt zu einer Erhöhung der psychosozialen Arbeitsrisiken, die sich durch Stress-Symbole äußern, die zu der neuen Krankheit namens „Burnout“ führen oder „nervösen Depressionen.“
Vor drei Jahren, erzählte der Präsident der größten luxemburgischen Gewerkschaft in seiner Eröffnungsrede, hat die Arbeiterkammer in Luxemburg Kontakt aufgenommen zum gleichartigen Institut in Oberösterreich. Die dortige Arbeiterkammer verfügt zwischenzeitlich über eine 16-jährige Erfahrung, um auf nationalem Niveau den Zufriedenheitsgrad von Arbeitern an ihrem Arbeitsplatz zu messen.
Die Arbeiterkammer in Luxemburg hat nach dem Kontakt mit Österreich Verbindung mit der Universität Luxemburg aufgenommen. Ziel der Kontakte war es, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem die Qualität der Arbeit und der Zustand der Zufriedenheit der Arbeiter gemessen werden sollte. „Wir wollten in diesem Zusammenhang zu einer einzigartigen Quelle von subjektiven Erfahrungen über die Arbeitsqualität und das Leben der Arbeiter kommen.“
Datenbank
Der OGBL und die Universität werden in jährlichen Abständen die Situation messen und auf diese Weise Veränderungen der Arbeitswelt und ihrer Auswirkungen feststellen können. „Wir werden auf diese Weise über die Jahre eine beträchtliche Datenbank aufbauen, die auf Dauer und nach ihrem vollständigen Aufbau vielen Nutzern für deren Bedürfnisse zur Verfügung stehen kann.“
OGBL und die Universität haben im Rahmen ihrer Kooperation einen Index entwickelt (Quality of Work Index), der breit angelegt ist und empirisch-wissenschaftlich begründet ist. Der Akzent der Arbeitsqualität liege dabei, so Reding, auf den Arbeitsbedingungen und auf den Charakteristiken der Arbeit, und nicht auf Kriterien der Produktivität. Der Index soll ein Instrument zur Messung der sozialen und ökonomischen Bedingungen des Arbeitslebens aus dem Blickwinkel der Mitarbeiter sein. Die Datenerfassung hat im vergangenen Jahr erstmals auf der Basis von 1.573 Unternehmensmitarbeitern begonnen.
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