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Luxemburg muss Steuerflucht bekämpfen

Luxemburg muss Steuerflucht bekämpfen

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Luxemburg hat am Donnerstag eine Erklärung unterzeichnet, dass der Automatische Informationsaustausch zwischen Steuerbehörden (AIA) zum neuen globalen Standard werden soll. Das teilte die Regierung in einer Pressemeldung mit.

Noch vor einem Jahr hatte sich das Großherzogtum wehement gegen jeglichen AIA gewehrt. Innerhalb der letzten Monate hat sich die Welt dann jedoch verändert. Wegen der Wirtschaftskrise, und den damit verbundenen Einbrüchen bei Steuereinnahmen, suchten viele Staaten nach neuen Methoden und Wegen um zumindest die Steuerflucht zu bekämpfen. Praktisch alle Finanzplätze der Welt gerieten unter Druck. Sie haben sich nach und nach daran gewöhnen müssen, dass das Geschäft mit der Steuerhinterziehung ein Geschäftsmodell der Vergangenheit ist.

So hatte dann auch Luxemburg im April dieses Jahres offiziell angekündigt, dass es am ersten Januar 2015 dem AIA beitreten würde. Vor wenigen Wochen folgte auch Liechtenstein dem Beispiel Luxemburgs.

Kämpfer

Mittlerweile hat sich Luxemburg zu einem Kämpfer für das (noch vor Monaten) ungeliebte System entwickelt. Am Donnerstag rief das Großherzogtum alle anderen Länder auf, sich dem neuen System anzuschließen. „Um gegen das globale Problem der Steuerflucht vorzugehen, müssen mögliche Verstecke ausgehoben werden“, beginnt die von Luxemburg unterzeichnete Erklärung.

Doch, die Erklärung wurde nicht nur von Luxemburg unterzeichnet. Insgesamt 37 Länder machen sich nun dafür stark, dass AIA zum neuen globalen Standart werden soll. Auch Länder wie Liechtenstein, Irland, Guernsey und Jersey, Bermuda, Malta und die Cayman-Inseln zählen dazu. All diese Länder haben sich demnach der Initiative der größten europäischen Länder für einen wirksameren weltweiten Kampf gegen Steuerflüchtlinge angeschlossen. Mit von der Partie sind auch Deutschland, Frankreich, Portugal, die Niederlande, Schweden und Großbritannien.

Der AIA werde mithelfen, die Möglichkeiten der Regierungen um gegen Steuerflucht vorzugehen, zu stärken, so die Erklärung. Immerhin sei Steuerflucht schädlich, würde die Einnahmen der Gemeinschaft verringern, und diejenigen, die ihre Steuern bezahlen, überdurchschnittlich belasten.

Ab 2014

In Zukunft werden nur noch die Finanzzentren florieren, die sich dem neuen Standard – im Kampf gegen die globale Steuerflucht – anpassen werden, steht klar und deutlich in der Erklärung. Der Standard soll Anfang nächsten Jahres fertiggestellt sein, schreiben die 37 Länder.

In der von der Regierung verschickten Pressemeldung findet sich auch eine Erklärung für den neuen Elan, mit dem das Land sich nun aktiv für den AIA einsetzt: Da Luxemburg vor kurzem bekannt gab, das System einzuführen, sollen auch alle anderen Finanzplätze weltweit eingebunden werden. Nur so könne man dafür sorgen, dass jeder Finanzplatz sich mit den gleichen Rahmenbedingungen auseinander zu setzten hat.

Etliche Verhandlungen

Dennoch ist das Thema – auch mit dieser Erklärung – noch lange nicht vom Tisch: In den nächsten Jahren und Monaten werden noch viele Verhandlungen stattfinden, in denen es um die Reichweite des AIA geht. Dabei geht es vor allem um die Frage, über welche Investitionen in Produkte Informationen weitergeleitet werden müssen. Oder anders gesagt: Welche Finanzprodukte werden von dem AIA ausgeschlossen sein.

Darüber wird mit Sicherheit noch viel und noch lange gekämpft werden.