Dienstag13. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Auf 32 Pfoten 700 km durch Lappland

Auf 32 Pfoten 700 km durch Lappland
(Raphaël Fiegen)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Der Abenteurer Raphaël Fiegen aus Luxemburg begibt sich ab dem 14. Februar mit seinen acht Schlittenhunden auf die Reise seines Lebens und möchte dabei ganz Lappland durchqueren.

Raphaël Fiegen hat sich fest vorgenommen, alleine mit seinen acht Schlittenhunden, Faruk, Chill, Yuma, Iki, Ikuma, Magic, Kila und Alpha aus Kiruna (Schweden) zum zugefrorenen Inarisee (Finnland) zu fahren und somit als erster Luxemburger ganz Lappland mit einem Hundeschlitten zu durchqueren. Der Startschuss für dieses Abenteuer fällt am 14. Februar.

Steckbrief

Name: Raphaël Fiegen

Geboren am 4.8.1988

Wohnort: Esch

Die acht treuen Begleiter: Faruk, Chill, Yuma, Iki, Ikuma, Magic, Kila und Alpha

STECKBRIEF

Eckdaten der Expedition

Startschuss: 14.2.2014

Strecke: 700 km

Gewicht: 300 kg

Kosten: 20.000 Euro

Dauer: Maximal fünf Wochen

Die 700 km lange Strecke möchte der Abenteurer in einem Zeitraum von fünf Wochen bewältigen. Länger darf das Abenteuer durch die schneebedeckten Landschaften Lapplands auf keinen Fall dauern, denn der Schlittenführer muss danach zurück an seinen Arbeitsplatz.
Ob dieses Unterfangen gelingt, hängt nicht nur von der körperlichen Verfassung Fiegens und seinen Schlittenhunden, sondern auch von den Wetterbedingungen ab. Starke Stürme oder zu milde Temperaturen könnten ein zügiges Weiterkommen erschweren.

Faszination Schlittenhunde

Seit Kindertagen ist der gebürtige Escher von Schlittenhunden fasziniert. 2005 schaffte er sich die ersten beiden Huskys an. Sechs sollten bis zum heutigen Tag folgen. Die Hunde sind in einem Zwinger in der Escher Waldschule untergebracht, wo er neben seinem Training seine Leidenschaft an verschiedene Schulklassen weitergibt. „Meinen beiden Leithunden vertraue ich voll und ganz. Sie führen das Gespann und legen die Richtung fest. Die Reihenfolge der Hunde im Gespann habe ich so bestimmt, wie die Hunde am Besten zusammen harmonieren und nicht, wie so sonst üblich, die stärksten Tiere in die letzte Reihe“, erklärte Fiegen. Die Tiere mit Respekt zu behandeln sei ihm sehr wichtig.

Um ein solches Abenteuer zu bestehen, braucht man neben Mut auch eine gewissenhafte Vorbereitung. Fiegen trainierte im Vorfeld mehrere Male mit seinen Hunden auf den Feldwegen rund um die Minettemetropole. Da der Winter dieses Jahr jedoch nicht so richtig in die Gänge kommt und an Schnee nicht zu denken ist, müssen die Hunde vor ein umgebautes Quad ohne Motor gespannt werden.

3.000 km im Anhänger

„Für die Hunde sind diese hohen Temperaturen nicht unbedingt von Vorteil. Ich trainiere zurzeit vier Mal die Woche. Um die Hunde zu schonen, musste ich eine Trainingseinheit verkürzen, damit die Hunde besser regenerieren können.
Ideal wären -10 Grad und weniger“, erklärte Fiegen. Die Hunde können sich während der 3.000 km langen Fahrt nach Lappland, die sie im Anhänger verbringen, an die kalten Temperaturen gewöhnen. Sie werden sich während der Reise zum Polarkreis ein dickeres Fell zulegen. Das Fahrzeug, in dem die Hunde nach der Tour wieder nach Luxemburg reisen, wird von einem Freund gleich nach Beginn der Schlittenfahrt nach Finnland zum Ankunftspunkt gefahren.

Während seiner Reise wird Fiegen in einem Zelt schlafen. Bei diesem Zelt handelt es sich um ein sogenanntes Antarktis-Zelt der Marke Bergans of Norway, das auch bei mehrstelligen Minusgraden genügend Schutz bietet. Dieses wintertaugliche Modell würde im Handel rund 800 Euro kosten. Die Hunde werden nach den Touren an eine Leine angekettet und schlafen im Freien. Ihnen macht die Kälte nichts aus. Käme es zu größeren Verzögerungen, hat Fiegen sich vorgenommen, sechs Stunden zu fahren, um dann drei Stunden zu rasten und dann wieder sechs Stunden zu fahren. Sollte dieses Szenario eintreffen, würde er sein Zelt nicht mehr aufbauen, sondern sich im Freien mit den Hunden ausruhen.

SMS für Notfälle

Beim Start wiegt der Hundeschlitten rund 300 kg Nahrung für die Hunde sowie den Schlittenführer. „Ich habe kein Gewehr dabei und darf auch nicht jagen. Die Gesetze in Lappland sind sehr streng. Ein Großteil meiner Nahrung wird mit Wasser zubereitet“, erklärte der Musher. Am meisten Angst habe er vor Wölfen. Diese werden die Hunde allerdings nur angreifen, wenn sie der Hunger dazu verleitet, so Fiegen. „Sie werden uns aber aus der Ferne beobachten. Dessen bin ich mir bewusst und ich werde auf der Hut sein. Ich habe mehr Angst vor der Einsamkeit als vor den wilden Tieren“, ergänzte der Schlittenführer. Trinken wird der Abenteurer vor allem geschmolzenen Schnee, den er mit Zucker oder Tee aufpeppen wird. Um Kräfte zu sammeln und sich wieder mit frischen Nahrungsmitteln einzudecken, wird das Gespann ein paar Tage Rast auf einer Huskyfarm an der schwedisch-finnischen Grenze einlegen. „Hier werden die Hunde und ich ausspannen und noch einmal alle Kräfte für den Schlussteil mobilisieren“, erklärte der Abenteurer.

Das Abenteuer Lappland kostet rund 20.000 Euro und wird von diversen Sponsoren mitfinanziert.

Meterhoher Pulverschnee, wie zu diesem Zeitpunkt nicht unüblich in Lappland, könnte dem Abenteurer auch zu schaffen machen. In diesem Fall müsste Fiegen sich vor die Hunde spannen und den Schnee mit Hilfe von Schneeschuhen platt drücken, damit die Hunde besser laufen können und den Schlitten besser in der Spur halten können.

„Ich gehe davon aus, dass ich höchstens 20 Prozent der ganzen Strecke auf dem Schlitten stehen werde. Den Rest des Weges werde ich damit verbringen, die Hunde durch den Tiefschnee zu ziehen. An Steigungen muss ich ebenfalls absteigen und den Schlitten schieben, damit die Hunde sich nicht verausgaben“, so der Escher.

Um sich in der Weite Lapplands zurechtzufinden, stehen dem Schlittenführer Karten, GPS und Kompass zur Verfügung. Im Notfall kann er auch ein Signal mit dem GPS absetzen. Ein Bergungsteam wird dann per SMS benachrichtigt und erfährt die Position des Verunglückten. Falls das Wetter es zulässt, könnte er dann mit einem Helikopter geborgen werden.

Diese Option gilt allerdings nur für den äußersten Notfall. Seine elektronischen Geräte wie zum Beispiel die Taschenlampe oder sein Mobiltelefon werden mit Hilfe von Solarakkus aufgeladen. Diese Solaranlagen werden während der Fahrt auf dem Schlitten aufgebaut und laden sich bei Sonnenschein einfach auf.