Am Wochenende kam die Nachricht vom Freitod eines Luxemburger Studenten in einem Waldstück nahe Brüssel. Wie die Arbeit der GSP (Groupe de Support Psychologique de la Protection Civile) in einem solchen Fall aussieht, erklärt am Montag, im Tageblatt.lu-Gespräch Charles Brück von der Rettungsdienstzentrale: «In der Regel werden wir von der Polizei oder den Notarzt vor Ort benachrichtigt, wenn unser Einsatz erforderlich ist. Die GSP-Mitglieder, die Bereitschaftsdienst haben, begeben sich nach Rücksprache mit dem Notarzt oder den zuständigen Polizeibeamten zum Einsatzort», so Brück. Jeweils drei Freiwillige haben für 24 Stunden Bereitschaftsdienst.
Die speziell ausgebildeten Helfer beginnen mit ihrer Arbeit, nachdem der Mediziner oder die Polizisten vor Ort den Angehörigen die Todesnachricht überbracht haben. Unabhängig von der Art des Sterbefalls, nehmen die GSP-Mitglieder den ersten Kontakt mit den Familienangehörigen etwa 10-15 Minuten später auf. «Je nachdem, wie die Lage vor Ort ist, bieten wir eine individuelle Betreuung an», beschreibt Charles Brück die Arbeit seiner Kollegen.
Zunächst einmal stehe die Trauerbegleitung im Vordergrund, so Brück. Darüber hinaus informieren die Helfer die Familie darüber, was auf sie noch zukommt. Wenn die GSP-Kräfte ihren Einsatz vor Ort beendet haben, können Trauernde weiterhin mit der «Groupe de Support Psychologique de la Protection Civile» in Kontakt bleiben. «Außerdem bekommen Angehörige von uns einen Wegweiser mit Adressen, wo man über längere Zeit Hilfe holen kann», erklärt Brück.
Selbstmord –Prävention
Nach Statec-Angaben gab es 2009 in Luxemburg insgesamt 54 Suizid-Fälle. Die meisten davon in der Altersgruppe der 25- bis 39-Jährigen. «Manchmal melden sich Menschen bei der Notrufzentrale, die nicht von Selbstmord sprechen, aber depressiv sind» erzählt Brück. In einem solchen Fall bekommen die Anrufer schnelle Hilfe von der «Groupe de Support Psychologique de la Protection Civile» angeboten, heißt es.
Darüber hinaus beteiligt sich die GSP auch an den jährlichen «Journée Nationale de Prévention du Suicide». 2012 finden sie vom 7. bis zum 9. Februar statt. Dieses Jahr geht es bei der Veranstaltung mit Expertenvorträgen und Workshops, die von dem «Centre d’Information et de Prévention» und der «Vernetzungsinitiativ fir Suizidprävention» organisiert wird, im Allgemeinen um den «Suizid im Alter».
Außerdem bietet die Organisation SOS détresse in Luxemburg unter der Nummer 45 45 45 Hilfe von geschulten Mitarbeitern an. Das «Centre d’Information et de Prévention» erreicht man unter der Nummer 45 55 33.
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