Die syrische Hauptstadt Damaskus ist erneut zum Kampfschauplatz geworden. Aktivisten berichteten am Freitag von Explosionen und Gefechten rund um den Militärflughafen Al-Messe im Westen der Metropole. Die Regierungstruppen sollen Panzer und Helikopter eingesetzt haben. Die Bevölkerung im eleganten Grünviertel Al-Messe sei verängstigt und schockiert, hieß es in den Berichten. Auch von der südlichen Peripherie der Hauptstadt wurden Kämpfe gemeldet.
Die Truppen des Regimes von Baschar al-Assad hatten die Aufständischen vor mehr als zwei Wochen aus Damaskus verdrängt. Seitdem greifen die Rebellen immer wieder mit Nadelstichaktionen verschiedene Regierungs- und Funktionärswohnviertel an.
In der umkämpften nördlichen Großstadt Aleppo verstärkten die Regimetruppen den Artilleriebeschuss. Dabei würden sie nun auch besonders großkalibrige Geschosse einsetzen, sagte ein örtlicher Rebellenkommandeur. Die Kämpfe um Aleppo dauern seit fast vier Wochen an. Keine der Seiten konnte bislang eine entscheidende Wende herbeiführen.
UN-Beobachter-Mission beendet
Der UN-Sicherheitsrat besiegelte indes das endgültige Ende der Beobachtermission in Syrien (Unsmis). Das Mandat läuft damit an diesem Sonntag um Mitternacht aus und wird nicht verlängert. Stattdessen soll es ein Verbindungsbüro in Damaskus geben, in dem rund 30 bis 40 Menschen arbeiten sollen. Russland kündigte für den Freitag (Ortszeit) ein Treffen der Syrien-Aktionsgruppe – bestehend aus den Veto-Mächten im Sicherheitsrat und arabischen Ländern – an.
Nach Informationen westlicher Diplomaten am UN-Sitz in New York soll der algerische Krisendiplomat Lakhdar Brahimi (78) grundsätzlich zugesagt haben, die Nachfolge des Syrienvermittlers Kofi Anan anzutreten. Allerdings wolle er noch mit dem UN-Sekretariat über Einzelheiten seines Mandats spreche, hieß es am Donnerstagabend (Ortszeit). Annan hatte seine Funktion aus Enttäuschung über das Ausbleiben von Fortschritten zum Ende dieses Monats niedergelegt.
Humanitäre Hilfe
Nach UN-Angaben sind inzwischen 2,5 Millionen Menschen in Syrien auf Hilfe angewiesen. Seit Beginn des Syrienkonflikts im März 2011 starben nach Schätzungen der Vereinten Nationen mindestens 18 000 Menschen, Oppositionsgruppen sprechen längst von mehr als 20 000 Toten. 150 000 Menschen flohen nach laut UN in Nachbarländer.
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