Wie kein anderer kenne Jean-Claude Juncker die «Mechanik der EU», so einer der Moderatoren der Sendung «NZZ-Standpunkte». Das Gespräch mit Jean-Claude Juncker wurde am 24. Oktober aufgezeichnet und trägt den Titel «Jean-Claude Juncker – Warum Europa nicht scheitert». In der Sendung, die am Sonntag ausgestrahlt wurde, sprach Luxemburgs Noch-Premier Jean-Claude Juncker über seine politische Zukunft, EU-Ämter und Herausforderungen auf der europäischen Bühne.
«Ich klebe nicht an dem Sessel», so der CSV-Politiker zur Ausgang der vorgezogenen Parlamentswahlen und der Bildung einer Dreierkoalition ohne die CSV. Und Juncker weiter: «mir wird mein Amt fehlen und die Möglichkeit Einfluss auf europäische Prozesse zu nehmen.» Die nächste Station seiner Politiklaufbahn sei jetzt die Oppositionsführung. Vor der Wahl habe es zwei Optionen gegeben, entweder Regirungschef oder Abgeordneter. «Jetzt werde ich Abgeordneter», betont Jean-Claude Juncker.
«Europäische Ruhepause»
Ein Amt auf EU-Ebene, wenn ein Nachfolger für Kommissionspräsident Barroso oder EU-Ratspräsident Van Rompuy bestimmt wird, schließt Juncker zum jetzigen Zeitpunkt aber aus. Acht «lange Jahre» war er Vorsitzender der Eurogruppe gewesen und habe dort «viel Milch geben müssen», so Jean-Claude Juncker. «Ich hätte gerne jetzt eine europäische Ruhepause», erklärt er.
Der Politiker schließt «völlig» aus, als EVP-Spitzenkandidat bei der Europawahl 2014 zur Verfügung zur stehen. Eine europäische Ruhepause heiße nicht eine europäische Denkpause, betont Juncker im NZZ-Gespräch.
Am Montagnachmittag dürfte auch die Wahl Junckers zum Fraktionsvorsitzenden nicht scheitern. Dann ist eine Sitzung des CSV-Führungsgremiums anberaumt.
Zu Demaart
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