Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras hat kurz vor seinem Besuch in Berlin von der EU mehr Zeit für Reformen verlangt. «Wir fordern kein zusätzliches Geld», sagte Samaras der «Bild2-Zeitung (Mittwoch). «Alles, was wir wollen, ist ein wenig Luft zum Atmen, um die Wirtschaft rasch in Gang zu bringen und die Staatseinnahmen zu erhöhen. Mehr Zeit bedeutet nicht automatisch mehr Geld.»
Juncker wird am Mittwochnachmittag in Athen erwartet. Das Treffen mit Samaras ist für 16.30 Uhr (MESZ) angesetzt, anschließend ist eine Pressekonferenz geplant. Bei dem Gespräch wird es vor allem um die notwendigen Kürzungen in dem schuldengeplagten Land sowie um einen Sanierungsplan der Regierung gehen, wie Junckers Büro am Dienstag mitteilte. Auch ein Treffen Junckers mit dem griechischen Finanzminister Yannis Stournaras sei geplant.
«Negative Psychologie»
Mit Blick auf die europäischen Partner sagte Samaras: «Wir müssen heraus aus dieser Negativ-Psychologie, die wie ein tiefes schwarzes Loch ist. Die Griechen haben eine neue Regierung gewählt, um das Land auf neuen Kurs zu bringen. Wir kommen bei Strukturreformen und Privatisierungen voran.»
Ein Austritt aus der Eurozone, die Rückkehr zur Drachme, wäre nach Worten Samaras «eine Katastrophe» für Griechenland. «Es würde mindestens fünf weitere Jahre Rezession bedeuten und die Arbeitslosigkeit über 40 Prozent steigen. Ein Alptraum für Griechenland: wirtschaftlicher Kollaps, soziale Unruhen und eine nie dagewesene Krise der Demokratie», sagte Samaras weiter. «Am Ende wäre es wie in der Weimarer Republik.»
Die Troika mit Vertretern der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds soll im September ihren neuen Bericht zur Situation in Griechenland fertigstellen. Seit Wochen gibt es Gerüchte, dass die Experten der Regierung in Athen ein verheerendes Zeugnis ausstellen könnten.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können