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Japan beschließt Atomausstieg bis 2040

Japan beschließt Atomausstieg bis 2040
(dpa-Archiv)

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Eineinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima beschließt Japan den Atomausstieg. Das endgültige Aus für die Nuklearenergie im Land soll spätestens 2040 erfolgen.

Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda erklärte am Freitag, es dürften keine neuen Atommeiler gebaut werden. Bestehende Reaktoren hingegen, die die neue Regulierungsbehörde für sicher halte, sollten wieder hochgefahren werden können.

Atomkraftwerke müssten nach 40 Jahren Betriebsdauer vom Netz gehen. Die Regierung will zudem den Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtversorgung bis 2030 auf 30 Prozent hochfahren. Zudem soll der Stromverbrauch insgesamt vom Niveau des Jahres 2010 bis 2030 um zehn Prozent gesenkt werden.

Atomstaat Japan

Bis zur Katastrophe von Fukushima im März 2011 hat Japan die Nutzung der Kernenergie nie infrage gestellt, sondern stetig ausgebaut. Nach dem Unglück wurden zeitweise alle 50 einsatzfähigen Reaktoren im Lande zu Wartungsarbeiten abgeschaltet. Bis dahin hatten die Atomkraftwerke bereits 30 Prozent des Strombedarfs Japans gedeckt. Es gab Pläne, ihren Anteil mit dem Bau weiterer Akw bis 2030 auf mehr als 50 Prozent anzuheben.

Mit mehr als einer Million Gigawattstunden pro Jahr ist Japan der weltweit drittgrößte Stromverbraucher. Nur die USA und China verbrauchen mehr. Das an Bodenschätzen arme Land importiert 96 Prozent des Energiebedarfs.

Vor dem Abschalten der Reaktoren hatten führende Vertreter der Wirtschaft gewarnt, Strommangel und steigende Energiepreise könnten zu einer beschleunigten Abwanderung der Produktion aus Japan führen. Als Ersatz für Atomstrom wurden dann alte Thermalkraftwerke wieder angefahren. Die erhöhte Einfuhr von Erdgas und Rohöl trug dazu bei, dass Japan 2011 erstmals seit mehr als 30 Jahren ein Defizit in der Handelsbilanz auswies.