Sonntag25. Januar 2026

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Härterer Kampf gegen Gangs

Härterer Kampf gegen Gangs
(dpa-Archiv)

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Die britische Regierung hat einen Masterplan zur Bekämpfung von Bandenkriminalität vorgestellt. Damit soll der Schusswaffen-Verkauf unter Jugendlichen stärker bestraft werden.

Die britische Regierung hat einen Masterplan zur Bekämpfung von Bandenkriminalität vorgestellt. Unter anderem sollen junge Leute, die Schusswaffen an andere verkaufen, künftig lebenslang inhaftiert werden können, sagte Innenministerin Theresa May am Dienstag im britischen Unterhaus.

Sie kam damit einer Forderung der Polizei nach. Diese hatte festgestellt, dass ein- und dieselbe Waffe häufig für mehrere Straftaten von unterschiedlichen Tätern benutzt wurde. Wer illegal Schusswaffen nach Großbritannien einführt, soll außerdem für bis zu 14 Jahre ins Gefängnis gesteckt werden können.

«Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, müssen wir akzeptieren, dass in den vergangenen Jahren nicht genug getan wurde, um ein Problem anzugehen, von dem wir alle wussten, dass es existiert», sagte May. «Zu lange haben ganze Gemeinden in Angst vor Gangs gelebt.»

Ausschreitungen im August

Die mehr als 250 Londoner Straßengangs werden als Kern der gewalttätigen Ausschreitungen im August betrachtet. Damals waren bei schweren Krawallen, Brandschatzungen und Plünderungen in mehreren Städten des Landes fünf Menschen ums Leben gekommen. Der Sachschaden wird auf mehrere hundert Millionen Pfund geschätzt. «Die Gangs waren nicht die einzige Quelle für die Ausschreitungen, aber sie waren ein Faktor.»

Zusätzlich zu den drakonischen Strafen für Waffendelikte will May auch die polizeilichen Präventivmaßnahmen stärken. So sollen verstärkt Ausgangssperren auch schon für 14- bis 17-Jährige verhängt werden können. Die Polizei soll Verdächtige daran hindern, in das Revier rivalisierender Banden einzudringen oder mit Kampfhunden auf die Straße zu gehen.

Die Innenministerin sagte, das Banden-Problem sei keineswegs ausschließlich ein Thema für die Polizei. Auch Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, Job-Zentren und Wohnungsagenturen müssten ihren Teil zur Lösung der Probleme beitragen. So sollen Hausbesuche von Gesundheitseinrichtungen verstärkt und die Hilfe für junge Mütter deutlich aufgestockt werden.