Bei einem großen Anti-Terror-Einsatz in der Nacht von Freitag auf Samstag haben belgische Sicherheitskräfte zahlreiche Verdächtige festgesetzt. Zwölf seien festgenommen und 40 Menschen vernommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Samstag in Brüssel mit. Dutzende Häuser und Garagen in 16 Gemeinden seien in der Nacht auf Samstag durchsucht worden – darunter auch in der als Islamisten-Hochburg bekannten Brüsseler Gemeinde Molenbeek.
Es seien keine Waffen oder Sprengstoff gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Ermittlungsergebnisse hätten jedoch ein «unmittelbares Einschreiten» erfordert. Nähere Details wurden zunächst nicht genannt. Bei den Razzien habe es keine größeren Zwischenfälle gegeben. Seit den Anschlägen vom 22 März in Brüssel mit 32 Toten gilt in Belgien die zweithöchste Terroralarmstufe.
«Kurz bevorstehende» Anschläge
Laut lesoir.be ist es nach einer polizeilichen Telefonüberwachung zu dem Einsatz gekommen. Die abgehörten Gespräche hätten auf «kurz bevorstehende» Anschläge in Brüssel schließen lassen. Die Razzien fanden in der Hauptstadt Brüssel sowie in wallonischen und flämischen Städten statt.
Erst am Freitagabend hatte die belgische Staatsanwaltschaft die Festnahme eines achten Verdächtigen im Zusammenhang mit den Anschlägen in Brüssel bekanntgegeben. Gegen den 30-jährigen Belgier Youssef E. A. wurde Haftbefehl erlassen. Ihm werden «die Teilnahme an Aktivitäten einer Terrorgruppe, Mord sowie versuchter Mord in einem terroristischen Kontext als Täter, Mittäter oder Komplize» vorgeworfen.
Am 22. März hatten sich zunächst zwei Attentäter im Flughafen Brüssel-Zaventem in die Luft gesprengt. Knapp eine halbe Stunden später zündete ein Attentäter in einem U-Bahn-Waggon in der Station Maelbeek einen Sprengsatz und riss 16 Menschen mit in den Tod. Insgesamt wurden bei den beiden Anschlägen in der belgischen Hauptstadt 32 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt.
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