Erneute Schicksalswahl in Griechenland: Die Griechen hatten bereits am 6. Mai gewählt. Die Parteien konnten sich jedoch danach nicht auf die Bildung einer Koalitionsregierung einigen. Aus diesem Grund wurden Neuwahlen für den 17. Juni angesetzt.
Zur Wahl treten 32 Parteien an. Nach Umfragen wird es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Konservativen der Nea Dimokratia (ND) und dem Bündnis der radikalen Linken (Syriza) kommen. Demoskopen geben keine der beiden Parteien eine absolute Mehrheit im Parlament. Das Wahlgesetz gibt dem Sieger der Wahlen einen Bonus von 50 Sitzen im 300-köpfigen Parlament.
Stabile Regierung
Insgesamt dürfen diesmal bis zu acht Parteien in das Parlament einziehen, darunter Vertreter des extremen rechten Spektrums. Die Pahellenische Sozialistische Bewegung (Pasok) wird nach Umfragen den dritten Platz mit erheblichen Verlusten im Vergleich zu ihrem Wahlsieg 2009 (damals 44 Prozent) belegen. Bereits am 6. Mai waren die Sozialisten auf 13,2 Prozent abgestürzt. Den Einzug ins Parlament werden wohl auch die Kommunistische Partei, die gemäßigte linke Partei Demokratische Linke sowie die rechtsorientierten Unabhängigen Griechen schaffen. Die Ökologen und eine kleinere konservative Partei müssen wohl bis zur Auszählung der letzten Stimmen zittern. Für den Einzug ins Parlament gilt es, eine Drei-Prozent-Hürde zu überwinden.
Griechenland benötigt dringend eine stabile Regierung. Schon Ende Juni steht dem neuen Parlament in Athen die nächste Entscheidung über Einsparungen in Höhe von knapp 11,5 Milliarden Euro bevor. Für die europäischen Geldgeber ist dies Voraussetzung für weitere Unterstützung und den Verbleib Griechenlands im Euroland.
Die Abstimmung beginnt um 07.00 Uhr Ortszeit (06.00 MESZ). Die Wahllokale sollen um 19.00 Uhr Ortszeit (18.00 MESZ) schließen. Erste Prognosen wird es unmittelbar nach Schließnung der Wahllokale geben. Es herrscht Wahlpflicht. Eine Briefwahl ist nicht möglich. Es gibt 56 Wahlbezirke.
Zu Demaart
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