«Nationale Aufseher neigen dazu, die nationale Perspektive zu sehen – und ihre Banken abzuschirmen», sagte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet dem «Handelsblatt» (Mittwoch). Die Geldpolitik sei auf eine gut funktionierende Aufsicht angewiesen, die EZB müsse «kontrollieren dürfen, was mit dem Geld geschieht, das sie in den Markt gibt, und ob die Banken ihre Bilanzen wie gewünscht bereinigen».
Um Geldpolitik und Bankenaufsicht innerhalb der EZB klar zu trennen, solle es ein Aufsichtsgremium unterhalb des Zentralbankrates geben, «bestehend aus einem Vertreter jedes Landes und Vertretern des EZB-Direktoriums», erklärte Praet. «Unter diesem Aufsichtsgremium hätten sie dann einen Vorstand für die Bankenaufsicht. Darin könnten ein oder zwei Vertreter der EZB sein und vier oder fünf Vertreter der nationalen Aufsichtsbehörden.» Die europäische Bankenaufsicht ist Teil einer umfassenden Bankenunion, über deren Details in der EU noch gerungen wird.
Als aussichtsreichste Kandidatin für den Vorsitz der neuen europäischen Aufsichtsbehörde, für die bis zum 1. Januar 2013 der rechtliche Rahmen stehen soll, wird Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger gehandelt. «Ich schätze sie seit vielen Jahren», sagte Praet.
Zu Demaart
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