Mittwoch21. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Gefängnis Ila zur Unterbringung Breiviks bereit

Gefängnis Ila zur Unterbringung Breiviks bereit
(AFP)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik wird wohl nie wieder auf freien Fuß kommen. Nach seiner Verurteilung wird er seine Strafe im Hochsicherheitstrakt des Ila-Gefängnisses antreten. Ein Hintergrundbericht.

Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik wird wohl nie wieder auf freien Fuß kommen. Die Richter am zuständigen Gericht in Oslo haben den 33-Jährigen wegen der Anschläge mit 77 Toten in der norwegischen Hauptstadt sowie auf der Insel Utöya zur Höchststrafe von 21 Jahren Haft sowie anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Seine Strafe wird er nach bisheriger Planung in dem am Rande von Oslo gelegenen Gefängnis Ila absitzen.

Die Haftanstalt Ila sei bereit, Breivik zu empfangen, teilte dessen Leiter Knut Bjarkeid am Mittwoch mit. Innerhalb der Mauern des von Wald umgebenen Gefängnisses nordwestlich von Oslo war in den vergangenen Monaten eine Abteilung zur Verwahrung und Behandlung psychisch kranker Insassen gebaut worden. Diese wird nun vorerst nicht zum Einsatz kommen – zumindest nicht für Breivik.

Zelle im Hochsicherheitstrakt

Für die Haftstrafe Breiviks haben die Behörden Räume in einem
Hochsicherheitstrakt von Ila vorbereitet. Wenige Tage vor dem
erwarteten Urteil veröffentlichte die Gefängnisverwaltung erstmals Bilder. Den Angaben zufolge stehen Breivik drei Zimmer zu je acht Quadratmetern zur Verfügung: eine Zelle zum Schlafen, eine zum Arbeiten und ein Trainingsraum.

In der Arbeitszelle steht für den Massenmörder einem Bericht der Zeitung «Verdens Gang» zufolge auch ein Computer bereit. Über den am Schreibtisch festgeschraubten Laptop hat er demnach zwar keinen Internet-Anschluss, wohl aber Zugriff auf eine Offline-Version der Enzyklopädie Wikipedia – und natürlich auf Schreibprogramme. Nach eigenen Angaben arbeitet Breivik bereits an einer Autobiografie.

Breivik nennt Isolation «eigene Entscheidung»

Schon im Laufe des vergangenen Jahres durfte Breivik außerdem Briefe schreiben, die er an mutmaßliche Anhänger verschickte. Einige davon bekam «Verdens Gang» zu lesen. Darin schrieb der 33-Jährige unter anderem über seine Haft. «Ich wohne derzeit in Isolation und werde dies wohl noch viele, viele Jahre tun. Das ist aber kein Problem, denn es war meine eigene Entscheidung», zitiert die Zeitung aus einem Brief des Attentäters.

Der Schwerpunkt beim Umgang mit Kriminellen liegt im norwegischen Justizsystem nicht auf Bestrafung sondern auf Resozialisierung. Das Gefängnis Ila gilt als das am besten gesicherte im ganzen Land. Aber selbst hier ist keiner der Wärter bewaffnet. Die Gefangenen dürfen normalerweise etwa in der Küche arbeiten, Sport treiben und sogar eine Ausbildung machen. Der Verlust der Freiheit sei schon Strafe genug, sagt Ellen Bjercke von der Ila-Verwaltung. Dass Breivik in absehbarer Zeit mit anderen Gefangenen in Kontakt treten darf, gilt allerdings als unwahrscheinlich.