Montag19. Januar 2026

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Finnland rutscht nach rechts

Finnland rutscht  nach rechts
(dpa)

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Während die konservative Nationalpartei bei der Wahl am Sonntag knapp stärkste Kraft wurde, erzielte die rechtspopulistische Partei Wahre Finnen massive Zugewinne und wurde drittstärkste Kraft.

Zweiter wurden laut dem offiziellen Endergebnis die Sozialdemokraten. Die Nationalpartei des bisherigen Finanzministers Jyrki Katainen erzielte 20,4 Prozent der Stimmen und gewann damit 44 Parlamentsmandate, wie die Wahlkommission mitteilte. Die Sozialdemokraten kamen auf 19,1 Prozent (42 Mandate), die Wahren Finnen auf 19,0 Prozent (39 Mandate). Die Unterschiede zwischen Prozenten und Parlamentssitzen erklären sich mit der unterschiedlichen Größe der Wahlkreise.

Großer Verlierer der Wahl war die Zentrumspartei von Regierungschefin Mari Kiviniemi. Sie landete mit 15,8% der Stimmen auf dem vierten Platz und erhält 35 Parlamentssitze. Die Partei verlor damit 16 Mandate.

Historischer Moment

«Wir haben Geschichte geschrieben!», rief Nationalpartei-Chef Katainen seinen Anhängern zu. Er dürfte der nächste Ministerpräsident des Landes werden. Seine Partei hatte im Parlament bislang nie die größte Fraktion gestellt.

Als wahren Sieger des Abends feierten sich aber die Wahren Finnen mit ihrem charismatischen Parteichef Timo Soini. Die Wahren Finnen konnten 34 Parlamentssitze hinzugewinnen. Bei der Wahl vor vier Jahren hatten sie nur 4,1 Prozent erhalten und waren bislang die kleinste im Parlament vertretene Partei. «Manchmal zahlt es sich aus, an seinen Überzeugungen festzuhalten, auch wenn man auf Widerstände stößt und verspottet wird», sagte Parteichef Soini. Die Rechtspopulisten führten einen europakritischen Wahlkampf und machten auch die Einwanderung und den finnischen Wohlfahrtsstaat zum Thema.

Zentrumspartei enttäuscht

Die Chefin der Zentrumspartei, Kiviniemi, zeigte sich enttäuscht vom Wahlausgang: «Natürlich ist das eine Enttäuschung. Aber die Bürger haben uns gesagt, was sie wollen, und darauf müssen wir hören», sagte sie dem Fernsehsender YLE. «Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Mit diesen Ergebnissen werden wir uns in der Opposition wiederfinden.» Die Zentrumspartei und die pro-europäische Nationalpartei bildeten bisher gemeinsam mit den Grünen und der liberalen Schwedischen Volkspartei, der Vertretung der Finnlandschweden, die Regierungskoalition in Helsinki.

Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Wahlkommission bei 70,4 Prozent und damit sehr hoch. Offensichtlich trieb die Polemik um den sich abzeichnenden Aufstieg der Wahren Finnen viele Wähler zu den Urnen. Rund 4,4 Millionen Bürger waren aufgerufen, über die insgesamt 200 Sitze des Parlaments zu entscheiden, das aus nur einer Kammer besteht. Bei den Wahlen 2007 hatte die Beteiligung bei knapp 68 Prozent gelegen.