Donnerstag5. Februar 2026

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Vor Gericht selbst angezündet

Vor Gericht selbst angezündet
(dpa)

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Der 71-Jährige, der sich am Montag vor dem Koblenzer Landgericht selbst angezündet hatte, ist in der Nacht zum Dienstag an seinen schweren Brandverletzungen gestorben.

Wie die Polizei mitteilte, war der Mann Anfang September 2010 wegen eines Sexualdelikts vom Landgericht zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Diese Strafe hätte er spätestens am Montag antreten müssen. Bevor er sich mit einer Flüssigkeit übergoss und in Brand setzte, hatte er einen Abschiedsbrief in der Nähe des Brandorts abgelegt.

Zu dem Urteil konnte die Staatsanwaltschaft Koblenz «aus Gründen des Opferschutzes» keine weiteren Angaben machen. Der 71-Jährige hatte noch gegen den Richterspruch Revision eingelegt, die vom Bundesgerichtshof am 17. Juni verworfen worden war, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Hund am Dienstag mit. Im Juli dieses Jahres habe der Mann eine Ladung zum Strafantritt bis spätestens 5. September bekommen. Dieser Zeitraum sei «üblich», hieß es.

Eine Sprecherin des Landgerichts Koblenz sprach von «einem dramatischen Vorfall, der sich vor unserem Gebäude ereignet hat». Auch sie konnte zu dem Verfahren gegen den 71-Jährigen keine Angaben machen. Der Mann aus der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen (Rhein-Lahn-Kreis) lebte laut Polizei getrennt von seiner Ehefrau.