Am vergangenen 10. Juli entschied das Kassationsgericht in einem Prozess um das Sorgerecht für ein Kind. Die Mutter war nicht zum Gerichtstermin erschienen
und seit Freitag fehlt von ihr und ihren beiden Kindern jede Spur.
Das Kassationsgericht entschied damals, der Mutter das Sorgerecht zu entziehen und es dem Vater zu erteilen. Es kam jedoch nicht so weit. Seit Freitag fehlt von der Mutter, ihrer siebenjährigen Tochter sowie ihrem 15-jährigen Sohn aus einer früheren Beziehung jede Spur. Nun wird vonseiten der Staatsanwaltschaft wegen Kindesentführung ermittelt. Der Pressesprecher der Justiz, Henri Eippers, bestätigte, dass die Frau mit ihren Kindern untergetaucht ist. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft suchen nach den drei Verschwundenen.
Keine Reaktion auf Vorwarnung
Außerdem läuft eine Ermittlung wegen „non représentation de l’enfant“ gegen die Frau. Es soll des Öfteren vorgekommen sein, dass die Frau die Tochter nicht wie eingangs vereinbart zum Vater gebracht hat, sondern einfach nicht erschienen ist. Dem Vater, der in Arlon lebt, wurde laut dem Urteil vom vergangenen Donnerstag das Sorgerecht zugesprochen.
Hinzu kommt, dass der gemeinnützige Verein „SOS Parents Luxembourg“ gestern in einem Presseschreiben mitteilte, der Vater habe bereits vor einigen Wochen sowohl Regierungsmitglieder, den Premierminister als auch die Justiz und den Staatsanwalt Robert Biever darüber informiert, dass es zu einem Zwischenfall mit der Mutter kommen könnte. Laut dem Presseschreiben habe niemand darauf reagiert, um eine mögliche Entführung zu verhindern.
(Philippe Hammelmann/Tageblatt.lu)
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