Der EZB-Rat hielt damit am Mittwoch in Frankfurt dem wachsenden Druck zunächst stand, die eskalierende Schulden- und Bankenkrise und die schwache Konjunktur mit noch billigerem Geld zu bekämpfen.
Zuvor ging die große Mehrheit der Beobachter davon aus, dass Notenbankchef Mario Draghi und seine Kollegen den Leitzins bei einem Prozent belassen werden. Draghi wird den Beschluss des EZB-Rats wie gewohnt am frühen Nachmittag (14.30 Uhr) vor der Presse in Frankfurt erläutern. Zudem dürfte die EZB ihre Wachstumsprognosen senken. Das könnte in den kommenden Monaten zusammen mit neuen Hiobsbotschaften aus den Problemländern der Euro-Zone als Argument für weitere Krisenmaßnahmen genutzt werden.
Eine oder sogar mehrere Zinssenkungen könnten dann nur noch eine Frage der Zeit sein. Dass die EZB schon im Juni weitere Schritte ergreift, hielt die Mehrheit der von Reuters befragten Analysten und Ökonomen für unwahrscheinlich. Die Begründung: Dafür sei es zu früh, weil die Euro-Zone mit den zweiten Wahlen in Griechenland Mitte Juni vor der entscheidenden Weichenstellung in der Krise stehe. Doch die Front bröckelt angesichts der durch Spanien zuletzt verschärften Krise und der zunehmenden konjunkturellen Schwierigkeiten.
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