Sonntag25. Januar 2026

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EU wirbt um Chinas Investoren

EU wirbt um Chinas Investoren
(Reuters)

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Nach dem Euro-Krisengipfel geht Europa auf Tour und buhlt um Investoren in China. Der Besuch sei allerdings so kurz nach der Einigung in der europäischen Schuldenkrise "sehr nützlich", hieß es.

Bei Gesprächen in Peking erwartet der Chef des europäischen Rettungsschirms (EFSF), Klaus Regling, noch «keine genauen Ergebnisse» über eventuelle höhere Investitionen Chinas in Europa. Sein länger geplanter Besuch in China sei allerdings so kurz nach der Einigung in der europäischen Schuldenkrise «sehr nützlich», sagte Regling am Freitag vor Journalisten in der chinesischen Hauptstadt.

Er habe die Verantwortlichen im chinesischen Finanzministerium und in der Zentralbank in Peking über die Ergebnisse des EU-Gipfels informiert. Seine Gespräche seien aber «keine Verhandlungen», sagte Regling. Es gebe deswegen auch keine Beschlüsse. Für den Rettungsschirm sei es aber sehr wichtig, mit den großen Investoren wie China in Kontakt zu stehen.

«Guter Kunde»

China ist ein «guter, loyaler Kunde» von EFSF-Anleihen. Rund 40 Prozent seien bisher von Investoren in Asien gekauft worden. Es sei nur normal, wenn der EFSF bei Investoren für seine Anleihen oder mögliche neue Produkte werbe. Wegen seiner Außenhandelsüberschüsse gebe es für China die Notwendigkeit, seine Devisen anzulegen, wenn es Zinsen dafür bekommen wolle. «China muss jeden Monat investieren.» Exportweltmeister China hält die weltgrößten Devisenreserven.

Der EFSF-Chef äußerte sich daher optimistisch, dass China auch langfristig in «sichere Anleihen» wie die seines Rettungsschirms investieren werde. In Zukunft werde es neue Finanzierungsvehikel des EFSF geben. «Wir müssen sehen, wer sich daran beteiligt.» Es gebe diese neuen Anleiheprodukte aber noch nicht. Deswegen sei es zu früh, um zu sagen, wie hoch sich die Europäer eine weitere chinesische Beteiligung wünschten, sagte Regling auf entsprechende Fragen.

Kommerzeilles Angebot

Das Angebot der Anleihen sei rein kommerziell. Investoren müssten eine Risikoanalyse machen. Bei diesen Investitionen gehe es nicht um politische Bedingungen, sagte Regling auf Fragen, ob die chinesische Seite im Gegenzug für seine Finanzhilfe ein Entgegenkommen wie etwa bei der Gewährung des Marktwirtschaftsstatus durch die EU erwarte. «Es gibt keinen speziellen Handel», sagte der EFSF-Chef und verwies auf die üblichen Gepflogenheiten auf den globalen Finanzmärkten.

Allerdings begrüßte Chinas Vizeaußenministerin Fu Ying am Freitag vor der Presse die «positiven Ergebnisse» des Euro-Krisengipfels: Es sei wieder Vertrauen hergestellt worden. «Europa macht Fortschritte bei der Lösung seiner Probleme», lobte die zuständige Vizeaußenministerin. Und sie versprach: «Wir wollen ihnen (den Europäern) in dieser schwierigen Zeitphase beistehen.»

China wartet ab

Vor zusätzlichen Investitionen in einen erweiterten europäischen Rettungsschirm wolle China abwarten, wie die technischen Details des geplanten neuen Investment-Vehikels aussähen, sagte Vizefinanzminister Zhu Guangyao vor der Presse. Er nannte seine Gespräche mit dem EFSF-Chef «sehr professionell». Regling habe ihn informiert, wie die Schlagkräftigkeit des Rettungsfonds vergrößert werden solle. Zhu Guangyao rechnet erst für Ende November oder Anfang Dezember damit, dass die Rahmenbedingungen für den geplanten Sondertopf klar sind.