Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» werde auf europäischer Ebene darüber verhandelt, ob Geld aus dem Euro-Schutzschirm direkt an den spanischen Bankenrettungsfonds (Frob) gezahlt werden könne, berichtete das Blatt vorab aus seiner Mittwochausgabe. Im Gegenzug solle die Regierung in Madrid zusagen, die zugrunde liegenden Probleme im Finanzsektor zu beseitigen – notfalls auch durch weitere Fusionen oder die Schließung einzelner Institute. Anders als etwa Griechenland bräuchte sie aber keine umfassenden Auflagen zur Haushaltssanierung und zur Reform der Wirtschaft hinnehmen.
Ein Bericht der Zeitung «Die Welt» (Mittwochausgabe), wonach das immer tiefer in die Schuldenspirale taumelnde Spanien eine vorsorgliche Hilfsmaßnahme aus dem Euro-Rettungsschirm erhalten könnte, wurde von verschiedenen Quellen aus Brüssel dementiert. Spanische Regierungskreise hatten bereits am Dienstag Mutmaßungen über eine vorsorgliche Kreditlinie aus dem EFSF oder vom Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgewiesen.
Hilfe aus dem Rettungsfonds
«Die Welt» hatte berichtet, es werde geprüft, ob für Spanien eine vorsorgliche Kreditlinie aus dem EFSF bereitgestellt werden solle. Sie berief sich auf mehrere nicht näher genannte Quellen. Dies sei eine Option, über die diskutiert werde. Eine vorsorgliche Hilfsmaßnahme könnte Spanien noch vor der Wahl in Griechenland und der Vorlage eines Berichts zum Zustand der spanischen Banken beantragen, hieß es. Dann stünde das Geld bereit für den Fall, dass es zu Turbulenzen komme. Viele spanische Banken drohen unter der Last fauler Immobilienkredite zusammenzubrechen.
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