Das Klima der Gespräche sei eher schlecht gewesen, die Stimmung unter der Belegschaft selbstredend auch.
Mittlerweile hatte der seit kurzem eingestellte Generaldirektor der Stiftung «Hëllef doheem», Benoît Holzem bereits erste Gespräche mit einzelnen Personalangehörigen geführt, was für zusätzliche Demotivation gesorgt hatte. Ehe am morgigen Freitag ab 9 Uhr weitere Gespräche zwischen den Sozialpartnern in den Räumen der Stiftung stattfinden werden (bei denen es u.a. um die Finanzen der Fondation geht), wird die Gewerkschaft am Donnerstagabend (18 Uhr) eine Protest- und Aufklärungsversammlung für die Belegschaft von „Hëllef doheem“ in der Escher Maison du Peuple abhalten.
Bei dieser Gelegenheit wird Zentralsekretärin Nora Back auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehen und weitere Schritte der Gewerkschaft erläutern. Die Mobilisierung gehe jedenfalls weiter, so Back uns gegenüber.
Die Stiftung ist daneben weiterhin auf der Suche nach Kapital.
Tiefer in der Klemme?
In einem Brief an die Spender (den RTL am Mittwoch veröffentlichte) verweist Direktor Holzem auf die Reform der Pflegeversicherung und behauptet u.a.: „Wéi dir sécherlech wësst, wäert an der nächster Zäit en neit Gesetz iwwer d’Fleegeversecherung a Kraaft trieden. Dëst neit Gesetz bréngt Spuermesurë mat sech. Mir sinn dofir méi wéi jee op Är Ënnerstëtzung ugewisen“. Der Generaldirektor der Stiftung ist demnach hervorragend über die anstehende Reform der Pflegeversicherung informiert und kennt – noch ehe ein Gesetzesprojekt vorliegt – dessen Inhalt.
Dieses Schreiben würde auch bedeuten, dass die bisherigen Finanzprobleme der Stiftung (die er während der Pressekonferenz zur Verkündung des Sozialplans u.a. auf die Sparmaßnahmen der Regierung im sog. Zukunftsplan zurückführte) weiter zunehmen werden und die Stiftung nicht am Ende ihrer Probleme angekommen ist, obwohl der Umsatz von „Hëllef doheem“ weiter steigt.
Vieles sieht danach aus, dass der Pflegedienst sich einfach übernommen hat und zu schnell gewachsen ist.
Dass der bisherige Direktor Robert Theissen, der sich vor wenigen Monaten „im gegenseitigen Einverständnis“ von seinem Arbeitgeber getrennt hatte, das Ungemach kommen sah, ist natürlich reine Spekulation; dass ein neuer Generaldirektor quasi als erste Amtshandlung überlegt, wie er Kosten sparen und Personal entlassen kann, würde allerdings für begangene Fehler in der Vergangenheit sprechen (Link).
Sozial verantwortliches Unternehmen
Auf der Internet-Seite der Stiftung wirbt diese jedenfalls noch für sich selbst als sozial verantwortlicher Arbeitgeber: So können die Mitarbeiter neben vielerlei aufgelisteten extra-legalen Vorteilen auch mit Vergünstigungen in Kinos, Restaurants, Fitness-Sälen, Geschäften, Freizeitparks usw. rechnen. Natürlich nur, solange sie noch einen Job haben …
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