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Draghi: «Vertrauen in Euro nimmt zu»

Draghi: «Vertrauen in Euro nimmt zu»
(dapd)

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Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, sieht bereits "positive Ergebnisse" des von der EZB angekündigten Anleihekaufprogramms.

«Allein unsere Ankündigung sorgte dafür, dass weltweit das Vertrauen in den Euro zugenommen hat», sagte Draghi in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung», das am Freitag veröffentlich wurde. «Fondsmanager bringen ihr Geld zurück nach Europa, das ist gut für die Wirtschaft der Euro-Zone«, fügte er hinzu. Bei der Lösung der Eurokrise sei man inzwischen auf einem guten Weg: «Wir sehen beachtliche Fortschritte in Spanien und Italien. Besonders wenn man vergleicht, was sie in den letzten sechs Monaten geleistet haben und was sie viele Jahre zuvor versäumt haben.»

Das Anleihekaufprogramm sei notwendig gewesen, weil die Gefahr bestanden habe, dass sich die Krisenländer nicht durch gute Wirtschaftspolitik allein aus ihrer Lage befreien könnten. Die Auflagen, die Staaten für diese Hilfe erhielten, «sind die beste Versicherung gegen Risiken». «Insgesamt haben wir die Risiken im Griff», betonte Draghi, «nicht zu handeln wäre unserer Einschätzung nach noch viel riskanter.»

Draghi nimmt Athen in die Pflicht

Von Griechenland verlangte Draghi tiefgehende Reformen, wenn es in der Eurozone bleiben wolle: «Die Politik muss sich fundamental ändern.» Von einem Schuldenschnitt bei den 40 Milliarden Euro griechischer Anleihen in den Büchern der EZB hält Draghi nichts. Darüber habe er mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras nicht gesprochen «und ich bin sowieso dagegen», betonte er.

Auf das Misstrauen ihm gegenüber in der deutschen Bevölkerung angesprochen sagte der EZB-Chef: Dies erschwere seine Arbeit: «Wir müssen da mehr erklären, was wir tun, welche Absichten wir haben und welche Vorsichtsmaßnahmen wir treffen.» Das würde er auch gern vor dem Bundestag machen: «Sollte das Parlament mich einladen, würde ich dieser Einladung gerne nachkommen.»