Der wegen antisemitischer Äußerungen in der Kritik stehende französische Komiker Dieudonné ist am Montagabend mit einer als neu deklarierten Bühnenshow in Paris aufgetreten. Nachdem die Behörden in der französischen Hauptstadt die Erlaubnis für einen Auftritt mit einer neuen Show erteilt hatten, trat Dieudonné unter hohen Sicherheitsvorkehrungen mit dem Programm «Asu Zoa» auf. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, waren viele Sketche allerdings nahezu identisch mit Sketchen aus der als judenfeindlich kritisierten Show «Die Mauer».
Dieudonné verzichtete in seinem Programm aber auf einige kritisierte Äußerungen und auf besonders direkte Angriffe gegen Juden. Er erwähnte weiterhin den jüdischen Radiomoderator Patrick Cohen, brachte ihn aber nicht mehr mit Gaskammern in Verbindung. Das Publikum in dem voll besetzten Saal feierte den Komiker nach der Show mit stehendem Applaus.
«Neue» Show weitgehend die Alte
Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht, der Staatsrat in Paris, hatte in den vergangenen Tagen Verbote von drei geplanten Dieudonné-Auftritten in Nantes, Tours und Orléans bestätigt. Die Polizeipräfektur von Paris untersagte ebenfalls Aufführungen des Bühnenprogramms «Die Mauer». Am Montag sagte Dieudonnés Anwalt Jacques Verdier, die Pariser Polizeipräfektur habe zur Kenntnis genommen, dass der Komiker nun ein neues Programm aufführe.
Dieudonné hatte angesichts der Verbote am Samstag angekündigt, «Die Mauer» künftig nicht mehr spielen und stattdessen die One-Man-Show «Asu Zoa» aufführen zu wollen. «Asu Zoa» bedeutet in der in Kamerun gesprochen Sprache Ewondo «Das Gesicht des Elefanten». Dieudonnés Vater kommt aus Kamerun. Das Programm sollte von «überlieferten Mythen und primitivem Volksglauben» inspiriert worden sein und sich um ein «anderes Thema» drehen als «Die Mauer».
Die Debatte um den mehrfach wegen antisemitischer Äußerungen verurteilten Komiker schlug zuletzt in Frankreich hohe Wellen. Dieudonné, der Kontakte zu Rechtsextremisten und Holocaust-Leugnern unterhält, ist unter anderem für den sogenannten Quenelle-Gruß bekannt. Die Geste erinnert an den Hitler-Gruß, wird von Dieudonné aber als systemkritische Geste dargestellt.
Zu Demaart
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