Mitarbeiter von Verkehrsunternehmen überprüfen jeden Passagier in Zügen, Bussen und auf Fähren auf dem Weg aus Dänemark nach Schweden. Damit will die schwedische Regierung die hohe Zahl der Asylbewerber eindämmen, die das Land zunehmend überfordert.
145.000 Asylbewerber bis November 2015
Schweden ist mit seiner liberalen Einwanderungspolitik Ziel für Zehntausende Menschen auf der Flucht. In den vergangenen Monaten ist das Land aber zunehmend an seine Grenzen gestoßen: Tausende Unterkünfte fehlen, die Kommunen klagen über zu wenig Geld, die Behörden sind von der hohen Zahl an Zuwanderern überfordert. 145 000 Menschen suchten bis Ende November Asyl in dem skandinavischen Land.
Bahnreisende werden am Kopenhagener Flughafenbahnhof kontrolliert, der letzten Station vor dem Öresund, der die beiden Länder verbindet. Über die Öresundbrücke pendeln jeden Tag Tausende Menschen.
Lange Wartezeiten
Die dänische Bahn rechnet im Zusammenhang mit den Kontrollen langen Wartezeiten und hohen Kosten. Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hatte in seiner Neujahrsrede vor den Folgen für die dänisch-deutsche Grenze gewarnt: Zur Not müssten künftig auch hier Pässe kontrolliert werden.
Damit steht eine der Errungenschaften der EU auf dem Prüfstand: der freie Grenzverkehr. Im Juni 1985 wurde in der Moselregion, nahe dem kleinen luxemburgischen Ort Schengen, eines der wichtigsten Übereinkommen der europäischen Geschichte unterzeichnet. Mit dem Schengen-Abkommen besiegelten die 5 Unterzeichnerstaaten die Abschaffung der Personenkontrollen an ihren gemeinsamen Grenzen.
Freier Grenzverkehr passé?
Damit wurde der Schengenraum mit freiem Personenverkehr Wirklichkeit. Das Europäische Museum in Schengen erinnert an die historische Übereinkunft und die Bedeutung des Schengenraums für die inzwischen 28 Mitgliedstaaten.
Bereits im März 2015 hat die Europäische Union schärfere Kontrollen von EU-Bürgern bei der Einreise in den Schengen-Raum beschlossen.
Die ab Juni geltenden Maßnahmen seien gegen Kämpfer aus Kriegsgebieten und andere gefährliche Personen gerichtet, hieß es am Donnerstag nach einem Treffen der EU-Innenminister in Brüssel. Die Grenzschützer werden nach Angaben von EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos bei den systematischen Personenkontrollen eine Liste von Risikoindikatoren verwenden.
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