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Clooney, 1 Million Dollar und die Großherzogin

Clooney, 1 Million Dollar und die Großherzogin
(Vahan Stepanyan)

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Marguerite Barankitse aus Burundi gewinnt in Armenien einen hochdotierten Preis für Menschlichkeit. Luxemburger werden mit belohnt.

George Clooney überreicht zwei Luxemburger und einer belgischen Wohltätigkeitsorganisation in Armenien eine Million Dollar. Kaum zu glauben – und doch wahr.

Am vergangenen Sonntagabend wurde in Eriwan der erste Aurora-Preis verliehen. Ein Preis, der Menschlichkeit belohnt. Marguerite Barankitse hat ihn gewonnen. Großherzogin Maria Teresa bezeichnet die Frau aus Burundi als ihre beste Freundin.
Marguerite Barankitse heißt die Siegerin.

Menschenrechtlerin aus Burundi

Mit der Aktivistin und Menschenrechtlerin aus Burundi gewinnt auch Luxemburg. In der armenischen Hauptstadt Eriwan wurde am vergangenen Sonntag zum ersten Mal der „Aurora Prize for Awakening Humanity“ verliehen, am 101. Erinnerungstag an den Völkermord an den Armeniern unter dem Osmanischen Reich.

Die Gründer des Preises, die in den USA und Russland lebenden Armenier Vartan Gregorian, Noubar Afeyan und Ruben Vardanyan, beschreiben ihn als Nobelpreis für Menschlichkeit. 100.000 US-Dollar waren für den Gewinner ausgelobt. Der dann wiederum eine Million US-Dollar an andere wohltätige Organisationen vergeben kann.

Zwei Luxemburger Wohltätigkeitsorganisationen

An dieser Stelle kommt Luxemburg ins Spiel. Genauer gesagt die «Fondation du Grand-Duc et de la Grande-Duchesse» sowie «Bridderlech deelen», dazu die belgische «JFP Foundation».
An Marguerite Barankitse ist es nun, zu entscheiden, wie das geld unter den drei Organisationen aufgeteilt wird.

Wie Guy Schmit, Direktionsbeauftragter der «Fondation du Grand-Duc et de la Grande-Duchesse» gegenüber dem «Tageblatt» sind diese Gelder während einer Laufzeit von drei Jahren zu investieren. Und zwar für Flüchtlingskinder, Waisen und um Kinderarbeit zu bekämpfen. Die «Fondation du Grand-Duc et de la Grande-Duchesse» selber hat noch nicht entschieden, so Schmit, zu welchen präzisen Zwecken sie den ihr zugesprochenen Anteil am Preisgeld gebrauchen wird.

Völkermord in Ruanda

Marguerite Barankitse widmet sich seit dem Völkermord in Ruanda Waisenkindern. Sie nimmt sie auf, ermöglicht ihnen Bildung, schickt sie später auf Universitäten. Marguerite Barankitse ließ Schulen bauen, ein Krankenhaus errichten. Angefangen hatte sie mit nichts.

Die «Maison Shalom», so heißt ihr Projekt, begann auf der Straße. «Zu Beginn musste ich das Essen für meine Kinder stehlen», stellt Marguerite Barankitse die Startbedingungen ihrer wohltätigen Arbeit klar.

Beginn einer Freundschaft

Über eine Konferenz in Paris kam es zur Bekanntschaft mit Großherzogin Maria Teresa. Aus der Bekanntschaft ist eine Freundschaft geworden. „Sie ist meine beste Freundin“, gestand die wenige Minuten zuvor von Hollywoodstar George Clooney zur Aurora-Gewinnerin gekürte Marguerite Barankitse dem „Tageblatt“ nach der Preisverleihung in Eriwan. Die Freundschaft hatte sich im Jahr 2009 verfestigt. Damals besuchte Maria Teresa Marguerite in Burundi. Seitdem sind die beiden in ihrem Einsatz für Kinder und Jugendliche in Burundi ein unzertrennliches Team.

Marguerite Barankitse ist mittlerweile selber Flüchtling. Am 24. April des vergangenen Jahres musste sie Burundi verlassen, die dort von ihr gegründete «Maison Shalom» vorerst aufgeben. In Burundi herrscht politischer Aufruhr. Marguerite Barankitse bekam Morddrohungen.

Im Exil, aber weiter engagiert

Seitdem lebt sie im Nachbarland Ruanda in einem von der «Fondation du Grand-Duc et de la Grande-Duchesse» unterhaltenen Haus. In einem Flüchtlingscamp in Ruanda macht Barankitse einfach weiter mit ihrer Arbeit. Das heißt: Sie nimmt Kinder auf, die ihre Eltern verloren haben, ermöglicht ihnen Bildung, schickt sie später auf Universitäten.

Eine optimistischere, stärker strahlende Frau als Marguerite Barankitse lässt sich kaum finden. Das Wort Waisen mag sie nicht. „Ich nenne meine Kinder Prinzen und Prinzessinnen“, sagt die fast 60-Jährige.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels waren einige Sachverhalte unpräzise formuliert. Das wurde nun richtig gestellt.