Donnerstag22. Januar 2026

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Chaos am Frankfurter Flughafen

Chaos am Frankfurter Flughafen
(dpa)

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Für viele Flugpassagiere am Frankfurter Flughafen ist es ein Alptraum: Die Lufthansa-Flugbegleiter streiken. In Frankfurt herrscht Chaos, Luxemburg bisher nicht betroffen.

Chaos am Frankfurter Flughafen: Die Stewardessen und Stewards legen ihre Arbeit am Freitag von 5.00 Uhr morgens bis 13.00 Uhr MESZ nieder. Reisende von und nach Luxemburg, die über Frankfurt fliegen, sind von dem Streik der Lufthansa-Flugbegleiter bisher weniger betroffen, so ein Mitarbeiter von Fraport auf Tageblatt.lu-Anfrage. Ein Luxair-Flieger, der am Freitag um 10.40 Uhr von Luxemburg nach Frankfurt starten sollte, hob mit Verspätung ab.

Hingegen hat der Streik der Flugbegleiter der Lufthansa den Luftverkehr am Drehkreuz Frankfurt am Freitag massiv gestört. «Aktuell fallen ein Großteil der Kurz- und Mittelstrecken sowie vereinzelt Langstreckenflüge aus», sagte ein Lufthansa-Sprecher am späten Vormittag der dpa. Bei der Gewerkschaft UFO hieß es: «Hier am Flughafen herrscht Chaos. Sie wissen nicht mehr, wohin mit den Fliegern. Im Moment fallen alle Flüge aus.»

Das wollte der Flughafenbetreiber Fraport so nicht bestätigen. Allerdings wurden bis auf weiteres alle Starts von einem deutschen oder einem europäischen Flughafen mit Zielort Frankfurt gestoppt. «Flugzeuge, die bereits in der Luft sind, können kommen», betonte ein Sprecher. Zudem würden weiter Maschinen ab Frankfurt starten. Interkontinentalflüge seien von dem Stopp ausgenommen.

Die Lufthansa hatte die Gewerkschaft Ufo angesichts des Streiks aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Das von der Airline vorgelegte Angebot sei dafür eine ausreichende Grundlage, sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther am Freitagmorgen am Frankfurter Flughafen. Im Streikzeitraum von 05.00 bis 13.00 Uhr umfasst der Lufthansa-Flugplan in Frankfurt 360 Flüge. Eine laufend aktualisierte Liste der gestrichenen Flüge veröffentlicht Lufthansa auf ihrer Website www.lufthansa.com .

25 Prozent Ausfall

Der Chef der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, nannte die Streikbereitschaft der Stewardessen und Stewards der Lufthansa «absolut überwältigend». Er betonte im ARD-«Morgenmagazin», Passagiere müssten auch nach dem offiziellen Streikende um 13.00 Uhr noch mit Verzögerungen rechnen. «Es dauert Tage, bis der Flugplan wieder ganz normal ist», meinte Baublies.

Baublies appellierte an die Lufthansa, den Flugbegleitern ein neues Angebot in dem festgefahrenen Tarifstreit zu machen. Weitere Aktionen hingen «vom Verhalten der Lufthansa ab». Ufo könne auch für den (heutigen) Freitagabend erneut zum Streik aufrufen. Zunächst sollen einzelne Flughäfen einbezogen werden. Baublies hatte aber früher bereits betont, auch ein flächendeckender Streik sei möglich, wenn sich die Airline nicht bewege. Die Gewerkschaft organisiert nach eigenen Angaben die Mehrheit der rund 19 000 Flugbegleiter bei der Lufthansa.

Weitere Aktionen folgen

Ufo hatte zunächst nur das Kabinenpersonal in Frankfurt zum Streik aufgerufen – von einige kleineren Aktionen in der Vergangenheit abgesehen ist es der erste Arbeitskampf der Gewerkschaft. Der Streik dürfte sich wegen der Vernetzung des Flugverkehrs aber auch andernorts auswirken.

Die Gewerkschaft hatte am Dienstag nach dem Scheitern langwieriger Verhandlungen den Streik ausgerufen, dem die Mitglieder schon vorab zugestimmt hatten. Ufo hat in den seit 13 Monaten andauernden Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs verlangt. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken.