Der Dezember 2015 wird als bisher wärmster Dezember in die Annalen der Wetterstation am Findel eingehen. Mit einer Durchschnittstemperatur von 6,8 Grad über Null liegt er 5 Grad über den Vergleichswerten der Messperiode zwischen 1981 und 2010. Damit hat er auch dem Dezember 1988 den Rang abgelaufen, der bisher als wärmster Wintermonat galt. Verantwortlich dafür sind für die Jahreszeit untypischen tropischen Meereswinde, die Richtung Luxemburg wehten, wie der Findel weiter mitteilt.
Für Schifahrer heißt das: entweder hoch hinaus oder zu Hause bleiben. Die Schneelage ist derzeit noch mäßig. Von den 17 bei skiinfo.fr verzeichneten Wintersport-Stationen in den Vogesen, dem von hier aus nächst gelegenen Skigebiet, hat derzeit keine geöffnet.
Die meisten Lifte haben in den nördlichen Alpen (Savoyen und Hochsavoyen) geöffnet. Das meldet ebenfalls skiinfo.fr. Chamonix mit dem Mont Blanc in unmittelbarer Nähe meldet 23 geöffnete Pisten von insgesamt 106.
Im schweizerischen Gstaad (Mountain Rides) sieht es ähnlich aus. Lediglich 70 von 220 Pistenkilometern sind geöffnet, das ist gerade mal ein Drittel. Die Schneehöhe liegt bei 1,30 Metern in 3.000 Metern Höhe. St. Moritz meldet «guten» Pistenzustand und hat mit 85 Kilometern Piste immerhin die Hälfte der 163 Pistenkilometer offen. Einzige Ausnahmen: Muragl und Maloja.
LKW karren Schnee herbei
Andernorts wurde gegen Jahresende noch versucht, die weiße Pracht mittels LKW auf die Pisten zu zaubern. Es half aber nichts, wie das Beispiel des Skilifts Alpstubli auf der Ibergeregg zeigt. 17 LKW-Ladungen Schnee seien auf die Piste transportiert worden. Es hätte aber nicht funktioniert, teilte der Betreiber des Lifts dem Boulevardblatt Blick mit. Die hohen Temperaturen ließen den herbei gekarrten Schnee sofort wieder schmelzen. Woanders mussten «nur» die braunen Flecken auf den Pisten mit Schnee von nebenan «ausgebessert» werden, wie das Blatt weiter berichtet.
Auch bei einigen Skiliften hängt die Zukunft am seidenen Faden wie in Langenbruck (CH). Das berichtet die Zeitung 20 Minuten gestern. Im Sommer wolle der Verwaltungsrat entscheiden, ob sich der Betrieb noch lohnt, heißt es dort. Auch im bayrischen Wald wurde eine Liftanlage wegen anhaltenden Schneemangels still gelegt, wie der bayrische Rundfunk mitteilte. Es betrifft die Liftanlagen der Dreisesselbahn bei Neureichenau im Landkreis Freyung-Grafenau. Die eineinhalb Kilometer lange Abfahrt vom Dreisessel war eine der längsten und schönsten Skipisten im gesamten Bayerischen Wald.
Zu Demaart
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