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Von Köln über Venedig nach Rio

Von Köln über Venedig nach Rio
(Reuters/Stefano Rellandini)

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In Köln sind die Jecken los, in Venedig schwebt ein Engel über dem Markusplatz und in Rio wird trotz Zika-Virus gefeiert, getanzt und geküsst.

In vielen Ländern – auch in Luxemburg – feiern die Menschen an diesem Sonntag den Karneval. Unterschiedliche Bräuche, Verkleidungen und Traditionen verbergen sich hinter dem allgemeinen Begriff «Karneval».

Mit dem traditionellen «Volo dell’Angelo» (Engelsflug) ist am Sonntag der Karneval in Venedig auch offiziell eröffnet worden. An einem Seil gesichert, schwebte die als Engel verkleidete 19-jährige Irene Rizzi vom 99 Meter hohen Glockenturm Campanile herab auf den Markusplatz im Zentrum der norditalienischen Lagunenstadt. Die junge Frau war im vergangenen Jahr zur Karnevalskönigin gewählt worden.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Tatsächlich hatte der weltberühmte Karneval mit seinen farbenfrohen Masken, Kostümen und Musik schon am vorigen Sonntag mit der «Festa Veneziana» am Canale di Cannaregio begonnen. In diesem Jahr gelten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen, denn nach Einschätzung der Präfektur könnte auch Venedig ein Ziel terroristischer Angriffe sein. Am Sonntag hatte die Polizei am Zugang zum Markusplatz fünf Kontrollpunkte eingerichtet. Laut Nachrichtenagentur Ansa wurden dort viele Karnevalisten aufgefordert, ihre Masken abzusetzen.

Am Samstag stieg die traditionelle «Festa delle Marie», das Fest der Marien. Vor 70.000 Zuschauern wurden zwölf junge Frauen von venezianischen Gondolieri auf den Markusplatz getragen. Eine von ihnen wird zum Ende des Karnevals am 9. Februar zur neuen Königin gekürt.

Feiern trotz Zika-Virus

Im Brasilianischen Rio überschlagen sich wegen des Zika-Virus Spekulationen und Ratschläge. Dies schreckt die Menschen in Rio aber keineswegs vom Feiern ab. Im Gegenteil. Hunderttausende verstopfen die Straßen. Einige haben sich sogar als Zika-Mücke verkleidet. Da ist zum Beispiel die Variante Badehose mit Hosenträgern, hinten am Rücken sind schwarze Flügel montiert. «Wer sich wegen Zika Sorgen macht, muss halt zu Hause bleiben», meint Leandro Freitas, der in Botafogo feiert. Er habe sich nicht extra mit Moskitoschutzspray eingesprüht. «Mein Blut wollen sie nicht, da ist zu viel Bier drin.»

In Copacabana schlängelt sich der erste Zug zu dröhnenden Samba-Rhythmen schon um neun die Strandpromenade herunter, direkt dahinter fahren vier Müllwagen, die die Bierdosen wegkehren. Die Männer der Stadtreinigung in ihren orangenen Anzügen, die die Bürgersteige mit Besen säubern, sind bei 30 Grad nicht zu beneiden.

35 sexuelle Delikte in Köln

In Köln ist der Straßenkarneval nach Angaben der Polizei bislang friedlicher verlaufen als im vergangenen Jahr. Bis Sonntag seien dennoch mehr als 400 Anzeigen erstattet worden, wie die Polizei mitteilte. Vor allem wurden Taschendiebstähle und Körperverletzungen zur Anzeige gebracht, aber auch 35 sexuelle Delikte. Die Polizei sicherte den Straßenkarneval angesichts der angespannten Sicherheitslage mit verstärkten Kräften. Konkrete Vergleichszahlen zum Vorjahr gebe es bislang nicht, weil die Polizei 2015 keine Zwischenbilanzen gezogen hatte, sagte eine Sprecherin.

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