Mittwoch18. Februar 2026

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Türkei will Migranten zurücknehmen

Türkei will Migranten zurücknehmen
(AFP/Louisa Gouliamaki)

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Weil die Balkanroute quasi dicht ist, stauen sich Zehntausende in Griechenland. Die EU-Chefs treffen sich am Montag in Brüssel mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu.

Vor dem EU-Flüchtlingsgipfel mit der Türkei zeichnet sich ab, dass Ankara Migranten ohne Asylanspruch wieder zurücknimmt – und damit die Europäer entlastet. Um konkrete Zahlen sei es in den Vorgesprächen zwischen europäischen Spitzenvertretern und der Regierung in Ankara aber nicht gegangen, hieß es am Samstag in Brüssel.

In der vergangenen Woche hatte die Türkei erstmals seit langer Zeit mehrere Hundert Migranten aus dem Nachbarland zurückgenommen. Dabei geht es um Migranten, die keinen Anspruch auf internationalen Schutz haben oder nicht in dem südosteuropäischen Land bleiben wollen.

Die EU-Chefs treffen sich an diesem Montag mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu. Die EU hofft, dass die Türkei dafür sorgt, dass bald deutlich weniger Bootsflüchtlinge ankommen. In einem Brief an die EU-Staats- und Regierungschefs hatte sich EU-Ratschef Donald Tusk am Freitag vorsichtig optimistisch gezeigt. Zum ersten Mal seit Beginn der Krise könne er einen europäischen Konsens erkennen.

1.900 Menschen pro Tag

In Griechenland will der Gouverneur der Region, die an Mazedonien grenzt, den Notstand ausrufen. Grund ist die unzureichende Versorgung von mehr als 10 000 Flüchtlingen, die rund um Idomeni stecken geblieben sind, weil Mazedonien die Balkanroute weitgehend gesperrt hat. Die griechische Regierung schätzt die Gesamtzahl der im Land gestrandeten Migranten auf gut 33 000. Täglich kämen etwa 1900 Menschen aus der Türkei hinzu, hieß es beim Krisenstab in Athen.

In dem wilden Flüchtlingscamp bei Idomeni in Nordgriechenland informierten Vertreter von Hilfsorganisationen die verzweifelten Migranten, dass sie auch in besser organisierten Aufnahmelagern südlich der Grenze – wie etwa dem 15 Kilometer entfernten Nea Kavala – Unterschlupf finden könnten. Die meisten weigerten sich aber umzuziehen. Sie hoffen, dass Mazedonien doch noch den Grenzzaun öffnet.