Zudem habe der Serientäter den Missbrauch mehrerer Kinder zugegeben, teilten Ermittler bei einer Pressekonferenz in Verden (Niedersachsen) am Freitag mit. Das Amtsgericht Stade habe am Donnerstag Haftbefehl wegen des dreifachen Mordes erlassen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Festgenommenen den Mord an Dennis K., Dennis R. und Stefan J. vor. Zudem soll er versucht haben, einen Achtjährigen aus demselben Schullandheim wie Dennis K. zu entführen. Der Neunjährige war im September 2001 verschwunden.
«Exklusives Täterwissen»
Neben dem Geständnis wiesen «exklusives Täterwissen» des Mannes, Indizien und Beweismittel darauf hin, dass der Inhaftierte tatsächlich der Täter sei, hieß es weiter. Die Wohnung des Mannes in Hamburg sei am Mittwoch durchsucht worden.
«Wir haben einen Haftbefehl wegen mehrfachen Mordes», sagte der Sprecher der Sonderkommission, Jürgen Menzel, der Nachrichtenagentur dpa. Vor wenigen Wochen waren die Ermittler mit einer neuen Spur an die Öffentlichkeit gegangen. Ein Jogger will den blonden Jungen und einen bulligen Mann um die 30 damals in einem Auto gesehen haben. Mehr als 1000 Hinweise gingen bei der Sonderkommission «Dennis» daraufhin ein. Die Festnahme sei auch eine Erleichterung für die Angehörigen nach so vielen Jahren, hieß es bei den Ermittlern.
Dennis verschwand 2001
Dennis war am 5. September 2001 nachts aus dem Schullandheim verschwunden. Zwei Wochen später fanden Pilzsammler seine Leiche. Die Ermittler jagten jahrelang ein Phantom, in den Medien auch «Maskenmann» genannt.
Erst mit dem Tod von Dennis hatten die Fahnder die Zusammenhänge mit anderen Morden erkannt. Zwischen 1992 und 2004 wurden insgesamt fünf Jungen überwiegend nach dem selben Muster getötet – in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Mindestens 40 Kinder wurden zudem sexuell missbraucht.
Profiler ermittelten
Profiler der Polizei hatten den möglichen Täter während der Ermittlungen als wahrscheinlich unauffälligen, sozial integrierten Mann bezeichnet, bei dem Nachbarn und Freunde kaum Verdacht auf einen Zusammenhang mit den Morden vermuten würden.
Nach Informationen des «Weser-Kurier» soll es sich bei dem Festgenommenen um einen Sozialarbeiter handeln. Dies sei bislang aber nicht bestätigt.
Zu Demaart
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