In der türkischen Metropole Istanbul haben die Beratungen des Unesco-Komitees zum Welterbe begonnen. Neben der Aufnahme auf die Liste des Welterbes werde auch die Diskussion um gefährdetes Welterbe viel Raum auf der Konferenz einnehmen, sagte die Direktorin des Unesco-Welterbezentrums, Mechthild Rössler, am Montag in Istanbul.
Am Dienstag soll es auch um die teilweise zerstörte Oasenstadt Palmyra im Bürgerkriegsland Syrien gehen. Rössler, die im April mit einer Kommission nach Palmyra gereist war, sagte: «Die Arbeitsbedingungen dort sind sehr schwierig.» Es handele sich um Kriegsgebiet. 4000 Minen seien entfernt worden, unter Trümmern könnten jedoch weitere versteckt sein.
Nach Unesco-Angaben sind nun 27 Stätten für die Aufnahme in die Liste des Welterbes nominiert. Die Zahl habe wegen des Zurückziehens von Anträgen und wegen neuer Teilnehmer variiert, sagte eine Sprecherin. Ursprünglich war von 29 Nominierungen die Rede gewesen, dann von 26.
13 neue Anträge
Insgesamt 13 neue Anträge betreffen das Kulturerbe, darunter sind die antike Stätte von Philippi in Griechenland, die Neandertaler-Höhlen von Gibraltar und die Megalithgräber Dólmenes de Antequera in Spanien. Außerdem gibt es nun vier gemischte Nominierungen für Kultur- und Naturerbe.
Die Tagung dauert bis zum 20. Juli. Nach Unesco-Angaben soll über die neuen Stätten des Kulutur- und Naturerbes zwischen dem 15. und 17. Juli entschieden werden.
Kulturerbe (13 Nominierungen):
– Antigua und Barbuda: Marinewerft «Nelson’s Dockyard» und zugehörige archäologische Stätten auf Antigua
– Argentinien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Indien, Japan, Schweiz: Das architektonische Werk von Le Corbusier – ein herausragender Beitrag zur «Modernen Bewegung» (darunter zwei Häuser der Weißenhof-Siedlung in Stuttgart)
– Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Serbien: Stec?ci – Mittelalterliche Grabsteine
– Brasilien: Ensemble der Moderne in Pampulha
– China: Felsmalereien der Kulturlandschaft am Hua Shan und am Fluss Zuo Jiang
– Griechenland: Archäologische Stätte von Philippi
– Großbritannien: Neandertal-Höhlen und Umgebung in Gibraltar
– Indien: Ausgrabungsstätte von Nalanda Mahavihara
– Iran: Das persische Qanat-Bewässerungssystem
– Föderierte Staaten von Mikronesien: Nan Madol: das zeremonielle Zentrum von Ostmikronesien
– Spanien: Dolmenstätten von Antequera
– Türkei: Archäologische Stätte von Ani
– Vereinigte Staaten von Amerika: Schlüsselwerke der Architektur der Moderne von Frank Lloyd Wright
Naturerbe (9 Nominierungen):
– China: Shennongjia – Waldgebiet in der chinesischen Provinz Hubei
– Frankreich: Ensemble der Chaîne des Puys und Limagne-Bruchlinie
– Iran: Wüste von Lut
– Kanada: Schutzgebiet Mistaken Point
– Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan: Westliches Tian-Shan-Gebirge
– Mexiko: Revillagigedo-Inselgruppe
– Sudan: Meeres-Nationalparks Sanganeb-Atoll und Dungonab-Bucht – Insel Mukkawar
– Thailand: Waldkomplex Kaeng Krachan
– Turkmenistan: Ökosysteme des Gebirgszugs von Koytendag
Kombiniertes Natur- und Kulturerbe (4 Nominierungen):
– Indien: Kangchendzönga-Nationalpark
– Irak: Marschland (Al-Ahwar) im Südirak: Schutzgebiet der Artenvielfalt und Reliktlandschaft mesopotamischer Städte
– Tschad: Natur- und Kulturlandschaft des Ennedi-Massivs
– Kanada: Biosphärenreservat Pimachiowin Aki
Erweiterungen (1 Antrag)
– Panama: Archäologische Stätten und das historische Zentrum von Panamá
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