In Deutschland wurde der Begriff Gutmensch gestern zum Unwort des Jahres 2015 gewählt. Als „Gutmenschen“ seien im vergangenen Jahr insbesondere diejenigen beschimpft worden, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen, erklärte die Jury aus vier Sprachwissenschaftlern, einem Journalisten und einem Kabarettisten.
Mit dem Vorwurf „Gutmensch“ würden Toleranz und Hilfsbereitschaft „pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert“, wodurch ein demokratischer Austausch von Sachargumenten verhindert werde.
In der Onlineversion des Duden wird ein Gutmensch als „(naiver) Mensch, der sich in einer als unkritisch, übertrieben, nervtötend o.ä. empfundenen Weise im Sinne der Political Correctness verhält, sich für die Political Correctness einsetzt“, definiert. Diese Definition beinhaltet bereits die abschätzige Verwendung des Begriffs, seinen Gebrauch als Schimpfwort.
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