Dienstag24. Februar 2026

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Zwischen Gespenstern und Magie

Zwischen Gespenstern und Magie
(Tageblatt/Hervé Montaigu)

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Ein schönerer Ort als die Burgruine in Befort, die Freitag- und Samstagabend zum Schauplatz der „Magical Castle Night“ wurde, hätte nicht ausgewählt werden können.

Pünktlich um halb neun erschienen die Schaulustigen, ausgerüstet mit Sitzkissen, warmen Decken und Jacken, zahlreich aus der ganzen Großregion. Trotz der bitteren Kälte blieb die Stimmung heiter und erwartungsvoll. Die Abenddämmerung, die silbernen Wolken am Himmel und die Frische der Nacht verliehen dem Ort eine geheimnisvolle Atmosphäre.

Die kunstvolle Beleuchtung der Bühne und der Burgruine als Kulisse im Hintergrund machte den Zuschauer neugierig auf den Beginn der Show, durch die der Illusionist Laurent Beretta mit seinen Zaubertricks führte.

Leichtigkeit und Eleganz

Das Programm bot dem Zuschauer abwechselnd Einblick in die Welten des Tanzes und des Gesangs. Zu den Highlights gehörte zweifelsohne die Darbietung der Balletttänzerinnen Iana Salenko vom Staatsballett Berlin und Anastasia Sinitsyna von der Wiener Staatsoper. Sie begeisterten mit Leichtigkeit, Eleganz und Körperbeherrschung. Die Zuschauer folgten wie gebannt jeder Bewegung.
Im starken Kontrast zu den klassischen Tänzerinnen stand Sylvia Camardas Performance, die mit viel nackter Haut provozierte und trotzdem sinnlich blieb. Die New Yorkerin Lara Jacobs überraschte mit einer atemberaubenden Pyrochoreografie, mit brennendem Kostüm wirbelte sie über der Bühne. Beim Gospelgesang von Big Mama & The Golden Six wurde auch das Publikum aktiv, es sang und klatschte im Rhythmus des Gospelchors mit. Die Opern-Diva Stella Grigorian füllte bei ihren Auftritten mit ihrer temperamentvollen Stimme die Atmosphäre. Begleitet wurde die Veranstaltung vom virtuosen Pianisten der Wiener Staatsoper Igor Zapravdin und dem luxemburgischen Komponisten und Cello-Poeten André Mergenthaler.

Jede Performance war, wie von Künstlern der Weltklasse zu erwarten, sehr professionell durchgeführt. Ein wahrer Genuss. Während der halbstündigen Pause verwandelte sich die Burg in ein geisterhaftes Lichtspektakel, mit allem, was dazugehört, nämlich Gespenstern und entsprechenden Sound-Effekten. Mit Sekt, Bier oder auch heißem Getränk in der Hand hatte der Zuschauer genug Zeit, um die eindrucksvolle Aussicht zu genießen.

Gespenster verhexten die Show

Vielleicht waren die Gespenster doch ein Tick zu viel. Denn nach der Pause schien die Show wie verhext zu sein. Es passierten kleine technische Pannen, die Zaubertricks funktionierten nur bedingt, die Namen der auftretenden Künstler waren plötzlich unaussprechbar und die Tänzer hatten Schwierigkeiten, wieder in den Rhythmus zu kommen. Jedoch durch den persönlichen Charme des Moderators und den hervorragenden Teamgeist der Künstler gelang es, die Show wieder in den Griff zu bekommen und zum effektvollen Finale zu führen.

Die erste magische Nacht in der Beforter Burg endete mit dem herzerwärmenden Gospelgesang und der Performance von Orlando ’OJ‘ Jiminez&Show Ballett. Der Choreografin und Regisseurin Natalia Ipatova gelang mit «Magical Castle Night» ein unvergessliches kulturelles Event. Einzigartig in seiner Art, mit großartigen Künstlern, stimmungsvoller Musik und sympathischem Moderator. Die Idee und das Format der Veranstaltung sind vielversprechend und begeistern. Wir können nur hoffen, dass «Magical Castle Night» zu einem jährlichen Ereignis wird.