Dienstag3. Februar 2026

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Rennen, um zu bleiben

Rennen, um zu bleiben
(Albert Nguon)

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„Zu schwankender Zeit und an schwankendem Ort“, das neue Stück von Nico Helminger, das der Escher Autor eigens für die diesjährigen Ruhrfestspiele schrieb, ist derzeit im TNL zu sehen.

Zwölf Protagonisten erzählen aus ihren jeweiligen Welten, dialogieren miteinander und gleichzeitig aneinander vorbei.

Logo" class="infobox_img" />Nico Helminger (Bild: Tageblatt-Archiv)

Der Verlust der menschlichen Identität steht im Mittelpunkt des Geschehens. Sie rennen in einer kalten, neoliberalen Gesellschaft dem Soll-Zustand hinterher und sind im Ist-Zustand verloren, die Figuren, die in Nico Helmingers Stück auftauchen: Nacheinander, miteinander, durcheinander. Im Programm heißt es: „Helmingers Identitätschaos klingt erst einmal wirr, ist es im Prinzip auch. Wenn wir uns aber, wie Alice im Wunderland, auf eine schwankende Logik, auf ein assoziatives und referenzielles Denken einlassen, wird plötzlich alles klar: Es ist ‚wie es ist‘.“

Die Koproduktion des TNL und der Ruhrfestspiele Recklinghausen unter der Regie von Anne Simon verlangt dem Zuschauer schon viel ab. Es ist, gelinde gesagt, ein schwieriges Stück.

Exzellente Leistungen

Und dies nicht nur für das Publikum. Auch den Schauspielern (Ulrich Kuhlmann, Christiane Rausch, Nickel Bösenberg, Brigitte Urhausen, Yannick Géraud, Gintare Parulyte), die allesamt durch durchwegs exzellente Leistungen glänzen, verlangt es alles ab.

Passend – nämlich kalt und unpersönlich – ist auch das Bühnenbild, für das Anouk Schiltz verantwortlich zeichnet, und das durch minimale Veränderungen jeweils andere (schwankende) Örtlichkeiten andeutet. Als störend haben wir die übertriebene Lautstärke bei den musikalischen Intermezzi empfunden, auch wenn Jefferson Airplane‘s „White Rabbit“ – das gleich zu Beginn der Vorstellung ertönt – eine wunderbare Allusion auf Carroll’s Alice darstellt …