Dienstag27. Januar 2026

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Neue Wege und Altbewährtes

Neue Wege und Altbewährtes
(Goran Liszek)

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Ohne auf Altbewährtes zu verzichten, will das Kulturzentrum „neimënster“ mit dem am Donnerstag vorgestellten Programm neue Akzente setzen, so Generaldirektorin Ainhoa Achutegui.

Rund 130 Darbietungen werden zwischen April und Oktober dieses Jahres im Kulturzentrum zu sehen sein. Musik, Tanz, Theater, Lesungen, Ausstellungen: Es dürfte sich darunter wohl für jeden Geschmack etwas finden. Neben Altbewährtem will das „neimënster“ in den kommenden Monaten aber auch neue Wege gehen.

„Kunst für alle“, das sei die Mission des Kulturzentrums „neimënster“. Für Ainhoa Achutegui ist die Kultur eindeutig etwas Notwendiges in einer demokratischen Gesellschaft. Es sollen aber nicht nur die leicht verdaulichen Kunstevents einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden, sondern das „neimënster“ will verstärkt auch die etwas „schwereren“ Sachen bekannter machen, oder umgekehrt ausgedrückt, mehr Publikum an die avantgardistischen Projekte heranführen.

Palästina und Avantgarde

Wir wollen in diesen wenigen Zeilen nur einige der Höhepunkte hervorheben. Die „neuen Orientierungen“ des Kulturzentrums im Grund stellte Achutegui gestern morgen in den Mittelpunkt.
In der Reihe „Focus“ steht das Thema „Palästina“ im Mittelpunkt. Eine Ausstellung des Fotografen Raed Bawayah (8.-28. April 2015) dokumentiert in Schwarz-Weiß-Bildern den gesellschaftlichen Ausschluss. Palästina steht auch im Mittelpunkt des Theaterstücks „Un captif amoureux“ von Jean Genet, das am 27. und 29. April im Saal „Robert Krieps“ aufgeführt wird.

„Breaking the silence“ ist eine 2004 gegründete Vereinigung von ehemaligen israelischen Soldaten, die nach der zweiten Intifada im Einsatz waren. Die Mitglieder haben sich entschlossen, Zeugnis über die Methoden abzulegen, die in den besetzten Gebieten von der israelischen Armee gegen die Bevölkerung benutzt wurden, um die „Ordnung“ zu gewährleisten. Mitglieder von „Breaking the silence“ werden bei der Vernissage am 21. April zugegen sein, um Besucher durch die Ausstellung zu begleiten.

Die avantgardistische Kunst soll in den kommenden Monaten auch wesentlich mehr in den Vordergrund gerückt werden als bisher. An drei Abenden (3., 4. und 5. September) präsentiert „neimënster“ zusammen mit „Trois C-L“ Arbeiten der fortschrittlichsten europäischen Tanzensembles. Ausgesucht wurden die Darbietungen von dem 1996 gegründeten Netzwerk „Aerowaves – Dance across Europe“, welches den drei Tanztagen im „neimënster“ auch seinen Namen gab.

Mit „Tremplin“ wird das „neimënster“ jungen Künstlern eine Bühne bieten. Dieses Jahr erhalten sechs klassische Musiker die Chance, unter professionellen Bedingungen zu arbeiten.
Zwischen dem 29. Juni und dem 3. Juli wird im „neimënster“ eine Masterclass für Komposition unter der Leitung von Evangelina Rigaki und Marcel Reuter angeboten. Neben dieser Auswahl an Neuerungen verzichtet das „neimënster“ nicht auf Altbewährtes. Jeden Sonntag wird es weiterhin „Apéro’s Jazz geben, und im April wird wieder der „Printemps des poètes“ stattfinden. Dieser steht dieses Jahr (25. April) unter dem Moto des poetischen Aufstands. Das Plakat zu dem Event zeigt Vladimir Maïakovski, einen der Poeten der russischen Revolution.

Seit zehn Jahren finden auf dem Vorplatz der Abtei Neumünster diverse Aufführungen im Rahmen des Programms „OMNI“ statt, eine Tradition, die auch dieses Jahr fortgeführt wird. Zum ersten Mal wird am Samstag, den 11. Juli der Tanzwettbewerb „Good Vibes“ dort stattfinden. Die Teilnehmer können vor einem Publikum ihr Können in Sachen Breakdance unter Beweis stellen. Eine internationale Jury wird den Gewinner ermitteln.
Unser Foto zeigt die BalkanRockband „Dubioza Kolektiv“. Die Band wird zusammen mit der „Wiener Tschuschenkapelle“ und „Selma & Slema“ im Rahmen des Festivals „OMNI“ auftreten, um an das Massaker von Srebrenica im Juli 1995 zu erinnern.

Kunst einem noch breiteren Publikum zugänglich machen bedeutet auch, dass im „neimënster“ auch in Zukunft Inhaber des Kulturpasses in den Genuss ermäßigter Eintrittspreise kommen. Dieser ist auch bei den Veranstaltungen gültig, die von den Partnern des „neimënster“ organisiert werden.