Bereits zum zweiten Mal gastiert die in Japan geborene und seit vielen Jahren in Trier wohnhafte Chikako Kato im Espace mediArt, präsentierte ihre Arbeiten auch schon bei „L’art en marche“ des LAC. Ihre Kunst zeichnet sich durch eine feine, fast punktartig aufgetragene Malerei aus. Ihre Figuren ähneln Teilchen aus einem Mikrokosmos, wobei sie wie durch eine Lupe betrachtet winzige Wurmfortsätze oder neuerdings eher geometrische Elemente im Miniformat mit großer Geduld zu Papier bringt.
Espace mediArt
Daniele Bragoni, Bildhauer, Chikako Kato, Malerin
Noch bis zum 24. April
Mo.-Fr. von 10-18 Uhr
Midi-Art
Am Donnerstag, 16. April um 13 Uhr
Kontakt
31, Grand-rue
L-1661 Luxemburg
Tel: (+352) 26 86 19
www.mediart.lu
„Fellow Empathy“ nennt sie die 2014 entstandene Serie, „Sensitive Creatures“ eine Reihe 2013 gemalter Werke und rückblickend „Zero“, mit Farbstift auf Papier gezauberte Kreationen. Sie inspiriere sich an Veränderungen, etwa der Geburt eines Kindes, am eigenen Körper, heißt es, oder visualisiere entsprechende Details, lasse sozusagen eine intime Körpersprache in Feinst-Zeichnungen einfließen. Bei der Künstlerin ist der Wirkungsraum eng abgesteckt, werden Empfindungen dosiert, zart und verschlüsselt zum Ausdruck gebracht. Da ist kein Platz für farbliche Exzesse oder groß inszenierte Kompositionen. Der Betrachter fühlt sich in eine ihn innerlich berührende Welt versetzt.
Mit 37 Werken in Miniaturformat, mit Tinte, Farbstift oder auch Acrylfarbe auf Papier oder Aluminium-Platte gemalt, präsentiert die Künstlerin ein ganz eigenartiges und persönliches Oeuvre.
Feinarbeit
Anders Daniele Bragoni, Luxemburger Bildhauer, der vor exakt einem Jahr in der H2O-Galerie in Differdingen Entwürfe und Werke aus seinem „Bragonium“-Zyklus in Konfrontation mit acht italienischen Künstlern der Carrara-Region, dem Mekka für Skulptur-Marmor, präsentierte. Anlässlich dieser Ausstellung bei mediArt dekliniert er diesen Zyklus erneut mit Skulpturen aus weißem Marmor, blauem Stein und Travertin. Es sind dies wellenförmige, flach horizontal gehaltene, im Raum schwebende Werke, die auf der Suche nach der idealen Linie sind und die eigene Lebenslinie aus steinernem Material zum Ausdruck bringen.
Um seine Feinarbeit am rauen Stein und die Wertschätzung dieses einzigartigen Materials zu dokumentieren, präsentiert er vier Tafeln „Mémoire Bragonium“, gerahmte Bilder mit kleinen Stücken aus Marmor, die bei der Bearbeitung eines Blocks als Spuren der Kreativität sozusagen unter den Tisch gefallen sind. Andere Werke tragen Bezeichnungen wie „Onde Bragonium“ oder „Onde verticale“ bzw. „Empreintes de Bragonium“. Letztere sind Abweichungen seiner Festlegung auf Marmorstein. Es handelt sich um eingefärbte Gipsdrucke, Objekte, bei denen er mit neuen Formen experimentiert – ob als Modell für künftige Skulpturen oder Anzeichen neuartiger Kreativität, sei dahingestellt.
Daniele Bragoni ist ein authentischer Künstler, der sein Material über alles liebt, mit seinen Marmorsteinbrüchen um Carrara eng verwurzelt ist, zwischen Italien und Luxemburg pendelt und mit seinem neuen Bragonium-Zyklus einen vorläufigen Höhepunkt der eigenen künstlerischen Glückseligkeit erreicht hat. Das Streben nach Perfektion, nach der idealen Form, die sich, wie wenn sich zwei Menschen paaren, mit anderen Figuren ergänzen und/oder verbinden lässt, sind Triebfeder dieses Künstlers, der in dieser Schau mit 24 Skulpturen ein beachtliches Zeugnis seiner Kunst ablegt.
Zu Demaart
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