Im Jahr 2005 wurde der milliardenreiche Schweizer Banker Edouard Stern von seiner Geliebten ermordet. Die Polizei fand ihn mit vier Löchern im Gehirn, von Kopf bis Fuß in Latex eingekleidet tot in seiner Wohnung. Von diesem Fait divers geht Hélène Fillières aus, Benoît Poelvoorde ist der reiche Banker mit Sadomaso-Vorlieben, Laetitia Casta die schweigsame Geliebte mit Peitsche.
Schweigen ist Gold?
Geschwiegen wird sowieso recht viel in dem Film, er besticht sicher nicht durch schlagfertige, gar fesselnde Dialoge und auch die Haupthandlung, das sadomasochistische Spiel zwischen den beiden Protagonisten, ist nicht gerade glaubwürdig. Laetitia Casta hat den immergleichen Gesichtsausdruck, ob sie ihren Liebhaber nun schlägt oder ob sie eine Tasse Kaffee trinkt und ihre Katze streichelt.
Es ist diese Reduziertheit, die den Zuschauer am Ende dann doch unbefriedigt zurücklässt. Die Figuren bleiben anonym, haben keine Namen und werden so auch nicht zu Bekannten der Zuschauer. Das könnte man noch ertragen, würde sich diese Haltung auf das Paar Casta / Poelvoorde beschränken. Doch dass auch noch die Figur des Richard Bohringer – eine Art Ehemann, Vater, Tutor der Geliebten – seine Lippen nicht auseinanderbekommt, sondern auch nur dreinschaut wie ein begossener Pudel, ist dann doch etwas zu viel der Nach-Innen-Gekehrtheit.
Der Film kann eine Chance bekommen, wenn man ihn als Stimmungsvermittler annehmen kann und nichts weiter erwartet. Wenn man sich in seinen Kinosessel fallen lässt und die dunklen Bilder und ästhetischen Aufnahmen einfach auf sich wirken lässt. Getragen von einer schönen Filmmusik. Denn «Une histoire d’amour» ist weniger ein Kinofilm, als ein Gemälde. Ein interessantes Gemälde zwar, doch wünscht man sich bei der Besetzung doch etwas mehr Spiel.
Zu Demaart
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