Fünf Jahre nach dem letzten «Harry Potter»-Band ist am Donnerstag das neue Buch der britischen Bestsellerautorin Joanne K. Rowling erschienen. Ein ähnlicher Ansturm wie bei den Büchern über den Zauberlehrling Harry Potter blieb allerdings in Luxemburg, wie auch in Großbritannien, zunächst aus. Von der Büchereikette «Ernster» bestätigte man auf Nachfrage, dass sich das Buch am Erstverkaufstag 27. September zwar gut verkaufe, aber von einem Harry-Potter-Wahn weit entfernt sei. «In einem Geschäft haben wir am Donnerstagmorgen etwa 30 Exemplare verkauft. Viele haben das Buch bereits bestellt. Aber so schlimm wie bei Harry Potter ist es bei weitem nicht», so die Mitarbeiterin weiter.
Eine ähnliche Antwort kam auch aus der Librairie Diderich in Esch/Alzette. «Das Interesse am neuen Werk von J. K. Rowling ist bei weitem nicht so groß wie bei der Harry-Potter-Serie. Einige Kunden kamen jedoch nur wegen dieses Buches ins Geschäft», erklärte ein Buchhändler auf Nachfrage von Tageblatt.lu am Donnerstag.
Erwachsene Leser
Rowlings erster Roman für Erwachsene trägt den Titel «Ein plötzlicher Todesfall (Originaltitel: ‚The Casual Vacancy'»), er beschäftigt sich mit den Verwicklungen nach dem Tod eines Gemeinderatsmitglieds in einem kleinen englischen Ort.
Das Buch kam in Großbritannien, den USA und Deutschland gleichzeitig auf den Markt, in Frankreich einen Tag später.
Viele Buchläden in Rowlings Heimatland Großbritannien öffneten eine Stunde früher als üblich, um dem Andrang der Fans zu begegnen. In London hatten sich jedoch zunächst keine Schlangen vor den Läden gebildet.
Autobiografische Erfahrungen
In dem Buch geht es um Klassendenken und Rassismus. Die 47-jährige Rowling hatte in Interviews erklärt, auch Erfahrungen aus ihrem eigenen Leben verarbeitet zu haben. Angeblich soll es sich um ein heimliches Porträt des Ortes Tutshill bei Bristol handeln, wo Rowling als Mädchen gelebt hatte.
Das Buch wurde strikt geheim gehalten. Die Buchhandlungen erhielten die Lieferung vom Verlag erst am Vorabend in verplombten Kartons. Nur wenige ausgesuchte Kritiker hatten ein Vorabexemplar zur Besprechung erhalten. Die ersten Einschätzungen der Literaturexperten fielen gemischt aus. Das US-Magazin «New Yorker» schrieb, es werde sich «sicherlich verkaufen und mancher wird es mögen.»
Wiederholter Erfolg
In Großbritannien wurden bei den großen Buchmachern Wetten darauf abgeschlossen, dass der in englischer Sprache 503 Seiten lange Roman «The Casual Vacancy» schon am ersten Tag mehr als 2,6 Millionen mal verkauft würde. Dann hätte er den siebten und letzten Harry-Potter-Band geschlagen. Auch Wetten darauf, dass das Buch insgesamt mehr als 30 Millionen Mal verkauft wird, laufen bereits. Die größte australische Buchladenkette Dymocks mit jährlich 60 Millionen verkauften Büchern hat nach eigenen Angaben tausende Vorbestellungen für Rowlings Buch gehabt.
Die sieben «Harry Potter»-Bände haben inzwischen eine Auflage von mehr als 450 Millionen Exemplaren weltweit erreicht. Sie machten Rowling zu einer der reichsten Frauen Großbritanniens.
Zu Demaart
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