Tageblatt: Wie viele Tage im Jahr sind Sie unterwegs?
James Johnston: „Etwa 200 Tage. Wir touren seit fast zehn Jahren nahezu unaufhörlich. Wir haben dabei festgestellt, dass wir live am besten sind, wenn wir vier Wochen am Stück touren, dann für einige Wochen nach Hause gehen, uns von den Strapazen erholen und unsere Batterien wieder aufladen. Dank dieser Methode liefern wir die bestmöglichen Shows ab. Man muss natürlich dafür kämpfen, dass der Hunger und die Hingabe immer noch da sind. Ohne das geht es nicht. Wenn ich recht überlege, sind 200 Tage schon verdammt viel. Aber selbst nach Jahren mit diesem Pensum macht es uns noch Spaß.“
Was vermissen Sie auf Tour?
„Die häusliche Gemütlichkeit, die extravaganten Dinge, die dir dein Leben erleichtern. Auch dass man sich selbst mal etwas kochen kann oder eine Dusche für sich ganz alleine hat. Außerdem Freunde und Bekannte. Es ist schwer, die Beziehungen aufrechtzuerhalten, wenn man am Ende der Welt tourt.
Das Leben der anderen geht weiter und man verpasst einiges. Da braucht es nach der Rückkehr immer etwas Zeit, bis man die Dinge aufgearbeitet hat. Um nicht völlig den Kontakt zu verlieren, kehren wir nach einer gewissen Zeit nach Hause zurück. Es ist schon seltsam: Die ersten Tage zuhause sind hart. Du hattest solche Erwartungen an deine Rückkehr, hast alles als perfekt erhofft, aber meistens ist es das nicht. Daran muss man sich stets aufs Neue gewöhnen. Aber nicht falsch verstehen: Ich will mich keineswegs beschweren. Das ist unsere Wahl gewesen. Und diese Entscheidung war weise. Wir dürfen viel reisen und erleben großartige Konzerte.“
Abgesehen von Ihrem Musikequipment: Was ist das wichtigste Utensil in Ihrem Reisegepäck?
„Das Instrument ist ebenso ersetzbar wie meine Kontaktlinsen. Insofern wäre das wichtigste mein Reisepass. Ohne den geht nichts. Ansonsten genieße ich das spartanische Leben mit meinen Band- und Crewmitgliedern. Wir sitzen alle in einem Boot. Sie verstehen meine Situation und meine Gefühle. Das ist für mich Komfort auf Tour.“
Das gesamte Interview lesen Sie in der Samstagausgabe des Tageblatt.
Rockhal
Biffy Clyro
Sonntag, 15. Dezember
Einlass: 19 Uhr
Vorband: Walking Papers
Tickets
www.atelier.lu
Zu Demaart
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