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Eigen-Dynamik, internationale Anerkennung

Eigen-Dynamik, internationale Anerkennung
(Tageblatt)

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Sieben Jahre nach seiner Eröffnung hat das Mudam seinen Weg gefunden. 2014 hat es drei große Ausstellungen geplant. Daneben sollen kleinere Kunstschauen und punktuelle Aktionen den Besuch im Museum zum ganz normalen Freizeitvergnügen machen.

Die Umsetzung hat weniger lange gedauert als die Planung. Nach sieben Jahren Tätigkeit, denen ganze 17 (!) Jahre Planung vorangegangen waren, hat das Luxemburger Museum sowohl sein Tempo als auch seine Stellung in der internationalen Kunstszene gefunden.

Logo" class="infobox_img" />Yoshimoto Nara ist einer der Teilnehmer der Ausstellung „Damage Control: Art and Destruction since 1950“.

Weil es nach der ewig langen Planung nur mehr über die Hälfte der ursprünglich vorgesehenen 6.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche verfügt, bestätigt sich die Option, keine festen Sammlungen zu zeigen, sondern auf Wanderausstellungen beziehungsweise punktuell konzipierte Schauen zu setzen, in die gegebenenfalls die Bilder oder Werke des Museums integriert werden. „Wir müssen ins richtige Gleichgewicht kommen“, sagt Enrico Lunghi bei der Vorstellung der drei geplanten Schwerpunkte.

Im Kreis der Großen

„Damage Control: Art and Destruction since 1950“, heißt es ab Mitte Juli und bis Oktober, wenn eine Ausstellung nach Luxemburg kommt, die das Mudam mit dem Hirshhorn Museum and Sculpture Garden in Washington und dem Kunsthaus Graz konzipiert hat. Diese Ausstellung, die sich mit der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Vernichtung beschäftigt, wird zurzeit in Washington gezeigt und wird nach Luxemburg weiter nach Graz ziehen. „Das sind Netzwerke, die man nicht in ein paar Monaten spinnt.

Dafür braucht es etwas länger“, meint Lunghi. Die Zusammenarbeit mit zwei so etablierten Häusern betrachtet er als Anerkennung der im jungen Mudam geleisteten Arbeit.

Kunstgeschichte

Eine luxemburgische Angelegenheit wird „NY-Lux. Edward Steichen Award 2004-2014“. Dieser Rückblick hat sich zum Ziel gesetzt, den Austausch zwischen der europäischen und der amerikanischen Kunstszene zu analysieren. Diesen Dialog hat Edward Steichen zu Beginn des 20. Jahrhunderts schon gefördert. Der alle zwei Jahre verliehene Preis ermöglicht einem jungen Künstler aus Luxemburg oder der Großregion einen sechsmonatigen Studienaufenthalt in New York. Nach zehn Jahren will man sich ansehen, was aus den sieben Preisträgern (darunter die Luxemburgerinnen Su Mei Tse und Sophie Jung) geworden ist.

Der dritte künstlerische Höhepunkt ist das Projekt der französischen Künstlerin Sylvie Blocher, die in ihren bewegten grafischen Darstellungen Begriffe wie „nationale Identität“, „politische Dimension“ oder „Grenzen zwischen männlich und weiblich“ definiert. Der Besucher soll dabei nicht in die Rolle des unbeteiligten Betrachters gedrängt werden, sondern aktiv in das Kunstwerk eingebunden werden, „indem er während einiger Sekunden abhebt“, wie es die Künstlerin verspricht.

Die große Halle, um die sich die einzelnen Etagen und Flügel des Museums gewissermaßen artikulieren, bleibt vorerst noch der koreanischen Künstlerin Lee Bul vorbehalten, die im Mudam ihre erste große europäische Einzelausstellung hat. Sie lädt zur spielerischen Auseinandersetzung mit ihren Exponaten ein, zwingt den Besucher jedoch, den Blick auf dem Boden zu halten, um nicht über die ungleichen Stufen zu stolpern. Die stark beachtete Ausstellung bleibt noch bis in den Juni hinein. „Wir ändern die Exponate stufenweise“, unterstreicht Lunghi, dem es wichtig ist, dass im Museum immer etwas zu sehen ist.

Der österreichische Künstler Heimo Zobernig, der Portugiese Rui Moreira, eine intergenerationelle Gemeinschaftsausstellung, „Solides fragiles“, und schließlich die „Design City“-Ausstellung, die sich mit der urbanen Kunst beschäftigt, sind weitere Höhepunkte des Museums, das seinen Besuchern auch in Sachen Öffnungszeiten und Animationen entgegenkommt.

Dreimal pro Woche (mittwochs, donnerstags und freitags) ist es bis 8 Uhr abends geöffnet. Mittwochs ist der Eintritt frei, das Café wird zur Lounge-Bar mit Musik.

Donnerstags sind Konferenzen und am Freitag laufen unterschiedliche Aktionen, darunter einmal im Monat eine Führung mit anschließendem Abendessen (auf Vorbestellung).

„Wir wollen ein Teil des gesellschaftlichen Lebens werden“, betont Lunghi nochmals mit dem Versprechen, aus jeder der angekündigten Ausstellungen einen neuen Höhepunkt zu machen.