Vor allem ist Malerei zu sehen, viel Malerei. Ein paar Skulpturen, ein paar Fotos, ein bisschen Objektkunst und eine einzige Videokomposition. Und trotzdem: Es war dieses Werk, welches die Jury überzeugt hat. Doch wahrscheinlich auch nicht alle Mitglieder der Jury, auch wenn Präsident Jean Petit dem Tageblatt am Abend der Vernissage sagte, der Gewinner sei im Einvernehmen gewählt worden.
Nun, das bedeutet ja nicht, dass es keine Diskussion bezüglich der Gewinner – es sind deren zwei – gab. Das Werk von Katrin Elsen und Michèle Tontelling sei sehr in der Aktualität verankert, aber ein bisschen viel „breaking news“. Aber man müsse die mutige Entscheidung der Jury begrüßen. Wohl eine Andeutung, dass nicht jeder in der Jury „mutig“ ist.
In ihrer Eröffnungsrede wies Kulturministerin Maggy Nagel darauf hin, dass ein Drittel der ausgestellten Künstler jünger als 35 Jahre sind. Sie wollte wohl damit ausdrücken, dass der Salon sehr jung sei.
„Bester Salon der letzten zehn Jahre“
Eigentlich heißt es aber auch, dass zwei Drittel der Teilnehmer schon nicht mehr als ganz jung zu betrachten sind.
Das Alter des Künstlers hat zwar nichts mit der Qualität seiner Kunstwerke zu tun, aber wenn man den Anspruch haben will, sich zu verjüngen, dürfte wohl noch mehr „Mut“ angebracht sein.
Wie dem auch sei: Für den Präsidenten des CAL ist die Ausgabe 2014 eine der besten der letzten zehn Jahre.
Auch wenn ein Video das Rennen um den Pierre-Werner-Preis machte, seien hier doch einige Maler erwähnt, die für eine junge mutige luxemburgische Malerei stehen: Stéphanie Uhres, geboren 1980 in Luxemburg, mit ihren drei Werken „Friss oder Stirb“: Auf einem der Bilder zielt eine Junge mit einer Armbrust auf den Zuschauer. Chris Neumann (1979) seinerseits zeigt in seinen Bildern seinen eigenen Surrealismus. Franck Miltgens (1981) Werken – farbige Aluminiumbleche – begegnet der Besucher sofort nach dem Eintritt in den ersten Ausstellungssaal.
Wie der CAL-Präsident in seiner Rede schon sagte: Trotz allen abstrakten Werken hat die Kunst nie aufgehört, die Realität zu erforschen. Wie z.B. in „Breaking news“, drei Fotografien von David Philipps (1979), auf denen eine junge Frau beim Betrachten ihres Smartphones zu sehen ist.
Und die Bildhauerei?
Was auffällt, ist, dass wenige Bildhauer es in die Ausstellung geschafft haben, genauer gesagt drei, darunter aber keine, die man als „jung“ bezeichnen kann, betrachtet man die Altersgrenze von 35 Jahren. Die wenigen Skulpturen kommen von „alten Hasen des Gewerbes: Steinskulpturen von Liliane Heidelberger und Holzskulpturen von Gérard Claude und Patrick Ripp.
Es ist wohl das letzte Mal, dass der CAL im CarréRotondes“ ausstellt. Das jedenfalls kündigte Kulturministerin Maggy Nagel an. Die Ministerin sprach von einer „Herausforderung“ für den CAL. Gerade dies sollte die Künstler kaum erschrecken, ist Kunstschaffen doch eine permanente Herausforderung.
Zu Demaart
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