Tageblatt: Was bedeutet eigentlich Traumapädagogik?
Karin Kiesendahl: Traumapädagogik hat nichts mit Traumatherapie zu tun, sondern beinhaltet Methoden und Haltungen, die wir im pädagogischen Alltag hier im Merscher Kinderdorf umsetzen. Die Mehrzahl der Kinder, die hier leben, haben traumatische Lebenserfahrungen. Das sind Dinge wie Vernachlässigung, Verwahrlosung, psychische oder körperliche Gewalt, Aggressionen, überforderte Eltern. Diese Kinder tragen aus diesen Erfahrungen einen sehr schweren Rucksack, in dem sich eine Basis befindet, die sich von jenen Kindern unterscheidet, die ganz stabil aufgewachsen sind.
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können