Einen Menschen in seinen letzten Lebensstunden zu begleiten, ist eine Aufgabe, die uns in der Regel beängstigt. Es handelt sich meist um eine völlig unbekannte Situation, der wir uns hilflos ausgesetzt fühlen. Ähnlich wie bei einem Verkehrsunfall, den wir plötzlich miterleben, kommen wir mental an unsere Grenzen. Doch bei einer verunfallten Person haben wir einen Plan, wie wir uns verhalten müssen. Gelernt in einem „Erste Hilfe“-Kurs. Diese Schritte geben uns in dieser völlig unbekannten Situation ein Gefühl von Sicherheit. Genau dies, will auch der „Letzte Hilfe“-Kurs erreichen. Denn in beiden Situationen können wir durch eine aktive Tätigkeit Hilfe geben und durch ein besseres Verständnis Ängste reduzieren. Enthält die „Erste Hilfe“ das Verbinden von Wunden oder die Herz-Lungen-Wiederbelebung, so ist eine aktive Unterstützung auch in der „Letzten Hilfe“ möglich. Hier sind die Mundpflege, das Haltgeben bei Unruhe oder Verwirrtheit, aber auch das ruhige Dasein in schweren Stunden wichtig.
Bereits 1859 stand Henry Dunant, der Begründer der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, verletzten Kriegern auf dem Schlachtfeld von Solferino bei. Er versorgte die Verletzten und leistete damit „Erste Hilfe“. Er stand den Sterbenden in ihren letzten Augenblicken bei und schenkte ihnen somit eine „Letzte Hilfe“. In einem Bericht über die Schlacht von Solferino bei Mantua heißt es: „Dunant kniete neben schwer Verwundeten, die ihn anflehten, an ihrer Seite zu bleiben, bis zu ihrem letzten Atemzug, damit sie nicht allein sterben sollten.“
@ Jennie. Ich rede nicht nur von der Pandemie .
@de Koschter "Gestorben wird meist ausserhalb der Familie, in der Anonymität und Sterilität eines Krankenhauses. " Die meisten Familien haben zuhause weder eine Beatmungsmaschine noch einen Crash-Cart.
Man könnte es auch, nüchtern betrachtet, die Quadratur des Kreises nennen. Nur ist damit niemandem geholfen.
Das Ei des Kolumbus in gewisser Hinsicht., oder ?
Leider ist in unserer heutigen Gesellschaft der Tod tabu , er gehört einfach nicht dazu. Der Tod stört, er wird ausgeblendet. Gestorben wird meist ausserhalb der Familie, in der Anonymität und Sterilität eines Krankenhauses. Und doch werden wir alle, ohne Ausnahme, einmal diesen Körper verlassen. Was danach kommt, wird verdrängt. Die Hinterbliebenen, die Trauernden werden gemieden wie die Pest. Einfach zu peinlich. Man will partout nicht mit dem eigenen Tod konfrontiert werden. Für jeden, der einem Sterbenden in den letzten Stunde beistand und begleitete, war es eine bereichernde, wenn auch schmerzvolle, Erfahrung.
Das ist eine sehr wertvolle Initiative, wir leben seit Jahrzehnten in einer UNwelt in welcher Sterben und Tod zur Seite geschoben werden. Trauernde werden teilweise dazu aufgefordert, einfach wieder in's volle Leben zu springen. Ich habe etliche, mir liebe Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet, es verlief immer auf die Art... Wie fühlst du dich jetzt? Hast du Erwartungen an den Tag, wie gestalten wir das nun? Du bist ängstlich, warum? Wir reden und lösen die Sache mit der Angst auf. Mit was kann ich dir und mir den Tag nun erträglich machen? Ich bin da für dich, ruf gerne auch in der Nacht an. Friedvolle Grüsse zur Nacht und bleiben sie bitte alle gesund❣❣❣