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Retro 2019Kinderrechte in Luxemburg: Am meisten ratifiziert, am wenigsten respektiert

Retro 2019 / Kinderrechte in Luxemburg: Am meisten ratifiziert, am wenigsten respektiert
Bunte Handabdrücke eines Dreijährigen sind auf einem weißen Blatt Papier zu sehen Foto: dpa/Peter Kneffel

Sie ist die am meisten ratifizierte Konvention der Welt. Sie ist transversal. Zumindest sollte sie es sein. Und sie wird täglich in sehr vielen Ländern, die sie ratifiziert haben, nicht respektiert.

2019 war das Jubiläumsjahr der Kinderrechtskonvention. Es war der 20. November 1989, als diese überaus wichtige Charta der Vereinten Nationen unterschrieben wurde. Alle Länder der Welt, außer die USA, haben sie ratifiziert. An jenem Tag wird jedes Jahr der Weltkindertag zelebriert. „Kinderrechte sollten 365 Tage im Jahr gelten“, sagte Paul Heber von der Unicef Luxembourg in einem Tageblatt-Interview zum Weltkindertag. Dennoch sei der Tag wichtig, um daran zu erinnern, dass die Konvention existiert, so Heber. Und es gebe noch genug zu tun, auch in Luxemburg.

Diesmal fiel der Jahrestag in die „Orange Week“, deren Ziel es ist, die Menschen zum Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu sensibilisieren. Anlass genug, auch verstärkt auf die Gewalt gegen Kinder aufmerksam zu machen. Die körperliche Bestrafung gegenüber Kindern ist in Luxemburg eigentlich verboten. Doch die Gesetzgebung sei in dieser Hinsicht sehr weich, sagte Ombudsmann René Schlechter Anfang Dezember im Tageblatt-Interview. Denn der Begriff „körperliche Bestrafung“ komme in keinem Gesetz vor. Wer sein Kind regelmäßig mit einem Klaps auf den Hintern bestraft, assoziiert dies demnach nicht unbedingt mit Gewalt. Laut Ombudsmann sei dies in Luxemburg noch ein reelles Problem, da viele Kinder in diesem Sinne erniedrigt würden.

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Mamma
1. Januar 2020 - 12.06

Mir kommen Tréinen! Ons aarm Kanner si wuel di schlechst behandelt vun der Welt...