Dienstag24. Februar 2026

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Ein Fest für die Sinne

Ein Fest für die Sinne
(François Besch)

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Kunst als spektakuläres Werk der eigenen Intuition und Wahrnehmung. Die historischen "Dräi Eechelen" erleben eine Renaissance. Demnächst wird der Park des MUDAMs Teil eines Kunstobjektes.

Die Initiatoren dieses Projektes, Hans Fellner (Konzept, Produktion) und Steve Kaspar (Idee, Installationen), wollen den historischen Park der «Dräi Eechelen» wiederbeleben, um das Interesse der Menschen an diesem Ort wieder zu steigern. Der ambivalente englische Titel des Unternehmens, «Recovering», soll das noch einmal verdeutlichen.

Logo" class="infobox_img" />Die Choreografin und Tänzerin Sylvia Camarda wird am Samstag von 16 bis 17 Uhr zu erleben sein. (Bild: François Besch)

www.mudam.lu

Einerseits verspricht uns der Titel Erholung, andererseits Wiederentdeckung, was die einst beliebte Gegend eigentlich wieder bräuchte. Aus einem Korb voller Ideen, wie man den Ort bespielen könnte, entschied man sich für eine eigentlich ungewöhnliche Intervention.

Klanginstallationen sollen das Spazieren durch den Park zu einem neuen Erlebnis machen. Man will, dass das Publikum Töne und Klänge außerhalb von Konzerthallen wahrnimmt. Ein Zusammenspiel zwischen dem Sehen und dem Hören soll entstehen.

Außergewöhnlicher Spaziergang

Steve Kaspar (Komponist und Künstler) nimmt uns mit auf einen außergewöhnlichen Spaziergang durch den neugestalteten Park. Die Installationen, die den Besucher hier erwarten, sind von einer unglaublichen Vielfältigkeit. Bemerkenswert, effektvoll und auf den Punkt gebracht, ohne sich aber aufzudrängen.
Sie unterstreichen die Idylle und das Mystische der historischen Überreste, die diesen Ort umgeben. Der großzügige grünflächige Platz, der hinter dem Mudam liegt, erhält besondere Aufmerksamkeit vom Klangkünstler. Dieses scheinbar kleine Fleckchen Landschaft strahle, so Steve Kaspar, eine bemerkenswerte Magie aus. Steht man zuerst nichts ahnend auf der Wiese, erstreckt sich bei näherem Erforschen eine spektakuläre Sicht. Ein Spektakel der Wahrnehmungen, das von einem erregenden Kontrastreichtum zeugt. Alt und Neu, Dunkel und Hell, Weit und Nah harmonisieren hier miteinander.

Die Klanginstallationen werden am morgigen Samstag (siehe blauen Kasten) durch impulsive Darbietungen von Sylvia Camarda unterstrichen. Die Choreografin und Tänzerin, die schon mit 14 eine Tanzlehre in Frankreich begann, begeistert durch ihre sinnlichen Darbietungen.

Philosophischund poetisch

Scheinbar mit der Umgebung verschmelzend versucht sie, die Metamorphose des Lebens darzustellen. Öl, Mehl, Erde und Blut sind die vier natürlichen Komponenten, die die Choreografie der Tanzkünstlerin zu einem überraschenden Erlebnis machen werden. Philosophisch und poetisch bietet sich dem Besucher das Kunstwerk „Recovering: Soundscapes & Views“ an. Könnte man etwa so weit gehen und behaupten, es wäre bessere Architektur? Vielleicht.

Die Künstler wirken in den Raum ein, ohne das Vorhandene zu zerstören, im Gegenteil, sie heben es hervor. Eigentlich ein modernes «Framing». Sollte Architektur nicht auch so funktionieren? Anstatt alles zuerst abzureißen und dann irgendein beliebiges Objekt ohne Kontext errichten zu lassen?

Die Beteiligten an diesem Projekt machen es vor. Sie haben sich mit dem Ort beschäftigt, ihn auf sich wirken lassen und dann gehandelt, ohne seine Eigenarten zu übermalen. Die Besucher erwartet bis zum 8. Oktober täglich von 10 bis 20 Uhr ein ebenso klangvolles wie künstlerisches Eintauchen in eine längst vergessene Geschichte Luxemburgs.